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Montag, 6. November 2017

Streitbarer Pazifist und Verfechter der Toleranz - William Penn und die deutschen Lutheraner

Vortrag
Karl Jaspers-Haus, Unter den Eichen 22, Oldenburg
Beginn: 19.30 Uhr

Veranstaltungsreihe "Schatten der Reformation"   (pdf)

Nov-6 William PennDie Reformation ist ein ambivalentes Ereignis. Sie revolutionierte das religiöse und gesellschaftliche Leben und mündete in eine Pluralisierung der religiösen Welt. Mit Leidenschaft stellte man im Zuge der Reformation die Frage nach dem Verhältnis von Staat und Religion. Es war unklar, wie die Christenheit nach Luthers Reformation im staatlichen Gefüge in einer geteilten Gestalt auftreten würde und wie man sich jeweils zu Judentum und Islam verhalten sollte.

Auch führten die Spannungen zwischen den religiösen Ambitionen und staatlichen Interessen schon innerhalb der Reformation zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. So kam es zum Bauernkrieg, der sich 1525 an dem radikalen Reformationsversuch Thomas Münzers entzündete. Der Anspruch, die eine wahre Religion zu vertreten, führte zu Gewaltexzessen, gerade wenn persönliche oder politische Interessen hinter deren religiöser Rechtfertigung standen.

Die philosophische Aufklärung war inmitten des labilen und prekären Prozesses der neuzeitlichen Modernisierung ein Ferment, das die Vorstellungen beförderte, das Gewaltmonopol dem Staat einzuräumen und die Konfessionen zur Toleranz anzuhalten.

Die Vortragsreihe versucht im Rückblick auf grundlegende Positionen, die seit Luther in diesen Zusammenhängen vertreten und gewonnen wurden, Grundlinien damaliger Diskussionen zu vergegenwärtigen, die im Verständnis aktueller Problemstellungen von Religion, Gewalt und Toleranz erhellend wirken können.

Zu dieser Veranstaltung:

Der englische Gentleman, Rechtsanwalt und Quäker William Penn ist der Urvater der amerikanischen Freiheitsideale: Als Gründer der Kolonie Pennsylvania und ihrer Hauptstadt Philadelphia schuf er einen gemeinsamen Lebensort für Menschen aller Nationen und Religionen; damit schrieb der bekennende Pazifist und Verfechter einer radikalen Toleranz Weltgeschichte. Im Vortrag werden seine nur wenig bekannten, doch um so bedeutenderen Kontakte zu deutschen Lutheranern beleuchtet - sowie seine Bezugnahme auf Martin Luther, den er zeitlebens als einen seiner Glaubenshelden verehrte.

Jürgen Overhoff lehrt seit 2013 als Professor für Historische Bildungsforschung an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Dort hat er im Jahr 2014 die Arbeitsstelle für Deutsch-Amerikanische Bildungsgeschichte gegründet, deren Leiter er bis heute ist. 2017 erschien sein mit Anne Overbeck herausgegebener Sammelband New Perspectives on German-American Educational History. Topics, Trends, Fields of Research. Im März 2018 veröffentlicht er als Herausgeber eine neue deutsche Übersetzung von William Penns Aphorismensammlung Some Fruits of Solitude (1693).

Nov-6 Jürgen Overhoff

Referent: Prof. Dr. Jürgen Overhoff, Historische Bildungsforschung, Universität Münster

Kooperationspartner:
- Karl Jaspers-Gesellschaft
- Ev. Stadtkirchenarbeit
- Institut für Philosophie, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
- Landesbibliothek Oldenburg

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