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Adieu, Raphael! Erinnerungen einer Weiterlebenden

Lesung mit Musik

Veranstaltungsreihe "widerstehen - erinnern - befreien" (pdf)

Am 8. Mai 2015 jährt sich das Ende des 2. Weltkrieges zum 70. Mal. Aber „das Vergangene ist nicht tot, höchstens vergangen" (Christa Wolf). Vom Wert und der Notwendigkeit des Erinnerns zeugt das Buch „Adieu, Raphael!"

Mehr als 60 Jahre hat Hannah Michaelsen die Erinnerung an jene Nacht des 8. Mai 1945, als sie – ein achtjähriges Mädchen – im Keller ihres Charlottenburger Elternhauses geschändet wurde, nicht zugelassen. Und als sich später ihr jüdischer Mann, der als Fünfjähriger mit seinen Eltern nach Auschwitz deportiert wurde, das Leben nahm, da hat sie auch dieses schreckliche Ereignis für Jahrzehnte aus ihrem Leben verbannt. Erst im Alter von 70 Jahren hat sich die Berliner Psychologin und engagierte Kirchenfrau in einer ebenso schmerzhaften wie befreienden Erinnerungs- und Trauerarbeit den traumatischen Erfahrungen ihres Lebens gestellt. Daraus ist dieses bewegende Buch entstanden, das jenen Mut und Sprache schenken möchte, die bis heute über das am eigenen Leib und der eigenen Seele Erlittene nicht sprechen können.

Hannah Michaelsen liest aus ihrem Buch und die Theologieprofessorin Magdalene L. Frettlöh gibt Einblicke in das allmähliche Entstehen des zum Buch gewordenen Abschiedsbriefes an Raphael D. Stern und erzählt von der seelsorgerlichen Begleitung dieser siebenjährigen Begegnung mit den Schrecken der Vergangenheit.

Referentinnen:
· Hannah Michaelsen, Berlin
· Prof. Dr. Magdalene L. Frettlöh, Bern
Musikerinnen:
· Eva Lauber-Strohmann, Cellistin, Oldenburg
· Natalia Gvozdkova, Pianistin und Kantorin, Kirchenkreis Wesermarsch

Zeit: Freitag, 12. Juni 2015, 19.30 - 21.30 Uhr
Ort: Gemeindezentrum Nikolai, Hundsmühler Str. 111, Oldenburg

Eintritt frei

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