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Mittwoch, 22. November 2017

Vortragsreihe zur Postwachstumsökonomie: Ökohumane Lebensmodelle – essbare Stadt Andernach

Vortrag
Freie Waldorfschule Oldenburg-Osternburg, Blumenhof 9
Beginn: 18.15 Uhr
Ende: 20.00 Uhr

Weitere Termine: 6. Dezember | 10. Januar 2018 | 24. Januar 2018

Programm WS 2017-18 zum download   (pdf)

 Ringvorlesung PostwachstumsökonomieDie lange gehegte Hoffnung, dass wirtschaftliches Wachstum durch technischen Fortschritt nachhaltig oder klimafreundlich gestaltet werden kann, bröckelt. Weiterhin scheint ein auf permanente ökonomische Expansion getrimmtes System kein Garant für Stabilität und soziale Sicherheit zu sein.

Darauf deutet nicht nur die derzeitige Eskalation auf den Finanzmärkten hin, sondern auch die Verknappung jener Ressourcen („Peak Everything"), auf deren unbegrenzter und kostengünstiger Verfügbarkeit das industrielle Wohlstandsmodell bislang basierte. Folglich ist es an der Zeit, die Bedingungen und Möglichkeiten einer Postwachstumsökonomie auszuloten.

Die zu diesem Zweck initiierte Ringvorlesung versteht sich als Forum für Fachvorträge, Diskussionen und den Gedankenaustausch rund um Fragen wie: Was wären die Merkmale einer Ökonomie jenseits permanenten Wachstums? Welcher Wandel, welche Institutionen, welche Konsum- und Produktionsmuster gingen damit einher? Welche Wege führen in eine Wirtschaftsordnung, die auch ohne permanentes Wachstum für soziale Stabilität sorgen könnte?

Zu ihrem heutigen Vortrag schreibt die Referentin
Heike Boomgaarden
:

Kein Weg führt heute mehr an der Einsicht vorbei, dass es die Wiederentdeckung der Sinnlichkeit, des Körpers und des Menschen als Naturwesen zu verzeichnen gilt. Das spätmoderne Subjekt zieht zu Felde gegen seine Naturentfremdung in artifiziellen Schleifen eines zunehmend virtuellen Lebens. Unsere jetzige Zeit ist eine fordernde Zeit! Ich spreche hier auch nicht von einer neuen Erkenntnis, dass der rasante gesellschaftliche Wandel die Geschwindigkeit in der Arbeitswelt bereits beschleunigt hat und auch sehr geprägt wird durch die Krise des Sozialstaats, Kriege und Umweltkatastrophen und der Weltwirtschaft. Jedem von uns wird immer mehr Arbeit, Eigeninitiative und Selbstverantwortung abverlangt. Trendverstärkend auf diesen Wandel wirkt der demographische Faktor in Deutschland, der die Menschen bis ins hohe Alter mit immer neuen Lebenssituationen konfrontiert - für die sie sich häufig nicht gewappnet fühlen Die Tages und Wochenarbeitszeiten verdichten sich, das oft nur noch der Urlaub als Atempause bleibt. Der Biologe und Philosoph Andreas Weber warnt: „Dem Menschen droht ein emotionaler Verlust, der die Grundstruktur seines Wesens angreift... Weil alle unsere Eigenschaften, auch die ‚menschlichsten', letztlich aus einem organischen Boden wachsen, kann sich der Mensch nur dann ganz verstehen, wenn er sich – als Kulturwesen – innerhalb der Natur versteht. Für den Menschen liegt das größte Risiko der Umweltzerstörung darin, dieses Verständnis zu verschütten."

Diese grundlegende These ist der Weg zu neuen Lebensmodellen. Als erstes geht es darum Zusammenhänge zu verstehen, die Herkunft der „Lebens-mittel" zu be-„greifen" und sich aus der Anonymität der derzeitigen Lebensmittelversorgung zu lösen –Lebensmittelkrisen etc. unterstützen eine starke Entwicklung der Verunsicherung der Menschen. Wo können besser Kreisläufe wieder erkannt werden, als im eigenen Umfeld. Essbare Städte können einerseits die Lebensqualität in Städten erhöhen und dabei gleichzeitig von den vorhandenen Ressourcen wie Energie, Abwasser und sekundären Rohstoffen profitieren. Doch essbare Städte haben noch ganz andere Gesellschaftliche Wirkungen. Gemeinsam sein Lebensumfeld zu gestalten verbindet Generationen und gibt Mut zum Handeln. Zufriedenheit statt Aggression.

Essbare Städte sind also in dem Sinne nicht nur Flächen zur Produktion von Nahrungsmitteln, sie greifen tief in die bestehenden Strukturen der IST Gesellschaft ein.

In meinem Vortrag gehe ich auf die grundsätzlichen Veränderungen ein und erläutere die Prozesse.

Es werden Fragen geklärt: Wie können unsere Städte und Freiräume aussehen, wenn die städtische Reststoffe nicht als Abfälle sondern als Ressourcen gesehen werden? Wie sehen sie zukünftig aus, wenn die Wasser- und Nährstoffkreisläufe den Ausgangspunkt für die Planung und Design darstellen? Welche neuen Freiraumtypen und Funktionen können wir etablieren? Welche neuen Qualitäten entstehen in der Stadt?

Referentin: Heike Boomgaarden, Andernach

Organisation:
- M.A. Marcel Hackler; Evangelische Akademie Oldenburg
- Dipl.-Ökon. Werner Onken; Archiv für Geld und Bodenreform
- apl. Prof. Dr. Niko Paech; Universität Siegen
- M.Sc. Oliver Richters; Universität Oldenburg, Fak. II, Departement für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften
- M.A. Marius Rommel; Nachhaltigkeitsökonom & Referent im Netzwerk Wachstumswende

Kooperation:
- Stiftung für Reform der Geld- und Bodenordnung
- Vereinigung für Ökologische Ökonomie e.V.
- Freie Waldorfschule Oldenburg

www.postwachstumsoekonomie.de

Kontaktaufnahme



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