Inhalt Rechts

Rechte optische Spalte

Inhalt Mitte

Hauptinhalt

.

 

Im Rahmen der Filmreihe und Ringvorlesung "Das östliche Europa im deutschen Film" läuft am Dienstag, dem 26. Oktober 2010 um 18.00 Uhr der Doku-Film

"Leise gegen den Strom".

Veranstalter: Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) in Zusammenarbeit mit der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, dem Casablanca Programmkino und in Kooperation mit der Akademie der Ev. Luth. Kirche in Oldenburg.

Mehr Infos unter: www.bkge.de / Pressemitteilung des Instituts zur gesamten Reihe (s.u.)

Information über den Dokumentarfilm "Leise gegen den Strom"

Regie: Thomas Kycia und Robert Zurek

Kamera: Alexander Preuss, Ton: Michael Chudoba, Schnitt: Wolfgang Gaube

Musik: Peter Paul Zurek, Produktionsleitung: Uta Isphording

Länge: 49 Minuten.

Preuss Filmproduktion, 2009

Historischer Hintergrund

Das Verhältnis zwischen Deutschen und Polen ist im Sommer 1965 frostig. Traumata, Ressentiments und Misstrauen bestimmen die gegenseitige Wahrnehmung und kaum jemand versucht, diese Kluft zu überbrücken. Eine Gruppe der 1958 gesamtdeutsch und ökumenisch gegründeten "Aktion Sühnezeichen" entscheidet sich, gegen den Strom zu schwimmen. Diese Handvoll junger Christen aus der DDR unternehmen eine Pilgerreise mit dem Fahrrad von Görlitz in das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz. Sie wollen aus moralischer Motivation Zeichen der Sühne setzen, ohne zu ahnen, welche politische Wirkung für die deutsch-polnische Versöhnung diese Geste haben wird.

Nach 43 Jahren entschließen sich drei der damaligen Teilnehmer, Rudolf Förster, Werner Ross und Konrad Weiß, begleitet von einem Team junger Dokumentarfilmer diese Wegstrecke noch einmal mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Zum Film

Es handelt sich um den ersten Film über diese Wegbereiter der deutsch-polnischen Versöhnung. Auf einfühlsame Weise werden die Motive, Erlebnisse und körperlichen Herausforderungen der damaligen Fahrt rekapituliert und physisch aufs Neue durch die drei erfahren. Ohne Pathos wird von den Protagonisten erzählt, wie sie seinerzeit in Polen auf Zurückhaltung und Misstrauen stießen, eine Spannung, die sich häufig erst dann zu lösen begann, als die Motive der jungen deutschen Pilger offenbar wurden.

Die Bilder der schlesischen Landschaft und der Orte einstigen Martyriums werden im Film durch einprägsame Interviewsequenzen sowohl mit den drei Pedaleuren als auch mit Politikern wie Wolfgang Thierse, Wladyslaw Bartoszewski und Tadeusz Mazowiecki ergänzt. Die Perspektive der Spurensuche einerseits und die Reflektion über Schuld und Verantwortung wie auch die Begegnung mit dem heutigen Polen andererseits geben dem Film eine inhaltliche Dichte und historische Prägnanz.

Unverwechselbar ist der ästhetische Spannungsbogen: Die Ernsthaftigkeit der Gespräche wird durch die Bewegung des Radfahrens szenisch gebrochen. Eine besondere Aussagekraft erhält der Film durch die persönlichen, gleichwohl mit Zurückhaltung festgehaltenen Gebete an den markanten Sühneorten dieser Wegstrecke.

Rudolf Förster,

geboren 1945 in Nieder-Ellguth (heute Ligota Dolna) in Oberschlesien; seit Kriegsende in Magdeburg lebend; Schlosserlehre, Ausbildung und Arbeit als Heimerzieher und pädagogischer Psychologe; von 1990 bis zum Vorruhestand 2007 leitete er das Jugendamt der Stadt Magdeburg

Werner Ross,

geboren 1941 in Elbing (heute Elbl±g) in Westpreußen; 1947-1969 in Thüringen; Lehre als Fernmeldemechaniker, Studium der Ev. Theologie; 1969 Übersiedlung in die Bundesrepublik; von 1971 bis 2005 an verschiedenen Orten in Baden-Württemberg als evangelischer Pfarrer und als Religionslehrer tätig

Konrad Weiß,

geboren 1942 in Lauban (heute Lubañ) in Schlesien, wuchs in Sachsen-Anhalt auf; Lehre als Elektromonteur; Filmregie-Studium, Arbeit als Dokumentarfilm-Regisseur bis 1989; Mitbegründer der DDR-Bürgerrechtsgruppe "Demokratie Jetzt"; 1990-1994 Abgeordneter der Volkskammer und des Deutschen Bundestages; seit 1994 freier Publizist

Plakat für Filmreihe (Casablanca Programmkino, Oldenburg) und Ringvorlesung (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) zum downloaden (pdf)

Aus der Pressemitteilung des Institutes zur gesamten Reihe (nach oben):

Das Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) lädt ein zur öffentlichen Ringvorlesung im Wintersemester 2010/2011 zum Thema:

"Das östliche Europa im deutschen Film"

Sieben Filme aus den Jahren 1937 bis 2009 stehen im Mittelpunkt der Ringvorlesung "Das östliche Europa im deutschen Film" im Wintersemester 2010/11, darunter auch Literaturverfilmungen und Dokumentarfilme. Wissenschaftliche Mitarbeiter(inn)en des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) führen in die Filme ein. Die Ringvorlesung richtet sich an Studierende und Lehrende der Universität Oldenburg ebenso wie an interessierte Gäste.

Zur Eröffnung der Vorlesungsreihe am Dienstag, 26. Oktober 2010 um 18 Uhr laden das BKGE, die Universität Oldenburg, das Casablanca Programmkino und die Akademie der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg in das Casablanca Programmkino ein. Auf dem Programm steht der Dokumentarfilm "Leise gegen den Strom" (50 Min.) über eine Auschwitz-Pilgerreise von "Aktion Sühnezeichen" im Jahr 1965 und Pioniere der deutsch-polnischen Verständigung. Im Anschluss an die Filmvorführung wirken die Filmemacher Thomas Kycia und Robert Zurek sowie der Zeitzeuge und Filmakteur Konrad Weiß bei einem Podiumsgespräch über den Film und seinen Hintergrund mit.

Eröffnung: Dienstag, 26. Oktober 2010, 18.00 Uhr im Casablanca Programmkino, Johannisstraße 17

Weitere Filme: Dienstags 18.00 bis 21.00 Uhr im BIS-Vortragssaal, Uhlhornsweg 49-55, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg:

  • 9. November 2010 - Horst Seemann: "Levins Mühle", 113 Min., 1980

  • 23. November 2010 - Karl Hartl: "Ritt in die Freiheit", 92 Min., 1937

  • 7. Dezember 2010 - Volker Koepp: "Söhne", 111 Min., 2007

  • 11. Januar 2011 - Hansjakob Stehle: "Deutschlands Osten – Polens Westen", 55 Min., 1965

  • 25. Januar 2011 - Radu Gabrea/Eginald Schlattner: "Der geköpfte Hahn", 95 Min., 2007

  • 8. Februar 2011 - Robert Thalheim: "Am Ende kommen Touristen", 80 Min., 2007

 Kontaktaufnahme



.