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NWZ-online, Montag 18. Juni

Als Mitglied von OLAF (Arbeitskreis Oldenburg Afrika) blicken wir auf einen äußerst erfolgreichen 3. Oldenburger Afrikatag unter dem Slogan

UNDUGU - Freundschaft

zurück, der am Samstag, dem 16. Juni 2012 in der Helene-Lange-Schule in Oldenburg stattfand.

Bei NWZ-online fanden sich in diesem Zusammenhang gleich drei Berichtertattungen:

I. Facetten eines Kontinents zeigen

Afrikatag Initiativen informieren in der Helene-Lange-Schule – Spendenaktionen

16-Juni- Afrikatag NWZ-online 1BILD: Franziska Tietjen

Mehr als 20 Organisationen beteiligten sich am dritten Afrikatag. Das Programm umfasste Mitmach-Kurse und mehrere Vorträge.

VON FRANZISKA TIETJEN

OLDENBURG - Eine Schule als Ort für interkulturelle Begegnungen: Der dritte Afrikatag am Sonnabend in der Helene-Lange-Schule bot ein Programm, das den Kontinent vielseitig präsentierte. Anliegen der Organisatoren war es, sich dem Thema Afrika möglichst realistisch zu nähern.

Sowohl positive als auch negative Seiten des Kontinents aufzuzeigen, war ein Ziel des Afrikatags. „Ich habe bereits beim Tanzworkshop mitgemacht und mit einem Afrikaner gesprochen, der mir viel über seinen Kontinent erzählt hat. Das Gespräch hat mich sehr nachdenklich gemacht“, erzählt die 19-jährige Besucherin Natalie Papken.

Zwischen Ständen mit afrikanischen Köstlichkeiten informierten mehr als 20 Einrichtungen über ihre Projekte. So auch einige Schülerinnen des Neuen Gymnasiums, die an der „Boumdoudoum-Arbeitsgemeinschaft“ an ihrer Schule teilnehmen. „Boumdoudoum ist ein Partnerschaftsprojekt mit einer Dorfschule in Afrika. Wir setzen uns dort unter anderem für bessere Lernbedingungen ein“, berichtet die 18-jährige Vanessa Kaul vom NGO.

Reimer Meyn, Mitglied des Vereins Jugendkulturarbeit, präsentierte ein Austauschprogramm mit Südafrika für Jugendliche. „Beim Austausch lernen die Jugendlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ihren Kulturen kennen. Ziel ist der Abbau von Vorurteilen, wir leisten also anti-rassistische Arbeit“, erklärt Meyn.

Da sich die Mehrheit der Projekte durch Spendengelder finanziert, konnten die Besucher unterschiedliche Produkte wie Fair-Trade-Lebensmittel erwerben. Wer nichts kaufen aber trotzdem spenden wollte, dem standen Spendenboxen und Überweisungsformulare zur Verfügung.

Ein wichtiger Programmpunkt waren die zahlreichen Vorträge, in denen die Referenten über Entwicklungshilfe, Landraub und weibliche Genitalverstümmlung informierten. „Genitalverstümmelung ist ein Thema, das uns alle angeht. Durch den Einwanderungsprozess sind auch wir Deutschen von dem Thema betroffen und müssen die Leute mehr darüber aufklären“, so Kathrin Stern, Koordinatorin der Initiative Terre des Femmes in Oldenburg.

Am Abend wurde der 3. Afrikatag mit einem Konzert der Band „Top Afrika“ beendet. Somit war es ein heiterer Abschluss für einen Tag, der die kulturelle Vielfalt und Schattenseiten dieses Kontinents aufzeigte. 


II. „Afrika braucht Unterstützung“

16-Juni- Afrikatag NWZ-online 2BILD: Franziska Tietjen

VON FRANZISKA TIETJEN

Kathrin Stern (33), Koordinatorin der Initiative Terre des Femmes, informierte über weibliche Genitalverstümmelung.

FRAGE: Wofür setzt sich Ihre Organisation ein?

STERN: Terre des Femmes besteht seit 2009 und ist eine Frauenrechtsorganisation. Wir klären Menschen auf, was Genitalverstümmelung ist, welche Gründe es dafür gibt und in welchen Ländern sie auftritt. Zurzeit haben wir ein Projekt in Ägypten laufen. Dort sind über 90 Prozent der Frauen verstümmelt, obwohl ein Gesetz Genitalverstümmelung verbietet. Dagegen wollen wir angehen.

FRAGE: Warum beteiligen Sie sich am Afrikatag?

STERN: Wir haben festgestellt, dass gerade in Deutschland starke Berührungsängste in der Auseinandersetzung mit der Genitalverstümmelung vorhanden sind. Es ist natürlich ein sehr intimes Thema, aber es geht uns alle etwas an. Daher wollen wir auf dem Afrikatag auch die Oldenburger thematisch sensibilisieren. Wichtig ist unsere Unterschriftenaktion, die wir auch hier durchführen. Wer unterschreibt, setzt sich gegen die Genitalverstümmelung ein.


III. Kleinstkredite fördern wirtschaftliche Nachhaltigkeit

Ghana-Hilfe Karl Harms und Helmut Burlager berichten über Mikrofinanzierung für die Ärmsten

VON FRANZISKA TIETJEN

OLDENBURG - Dreieinhalb Jahre ist es her, dass die NWZ-Leserinnen und Leser im Rahmen der Weihnachtsaktion 2008 für Mikrokredite in Ghana gespendet haben. Mehr als 100 000 Euro kamen dabei zusammen. Karl Harms und Helmut Burlager von der Stiftung Opportunity International informierten auf dem Afrikatag über die Verwendung der Spenden.

Das Prinzip der Organisation lautet Hilfe zur Selbsthilfe. Damit gemeint ist, dass es Menschen mit Kleinstkrediten ermöglicht wird zu arbeiten und sich dadurch selbst zu helfen. „Mit den 100 000 Euro aus der NWZ-Weihnachtsaktion hatten wir einen super Start. Bis heute haben wir mehr als 400 000 Euro eingeworben, das ist ein großer Erfolg“, berichtet Harms.

Opportunity International verfolge einen sogenannten Graswurzel-Ansatz. „Die Kredite gehen nur an die Ärmsten“, sagt Burlager. Über 84 Prozent der Kreditnehmer seien Frauen, die im Durchschnitt für sechs weitere Familienmitglieder verantwortlich sind. So erreiche die Hilfe mehr Menschen. „Die Kreditnehmer werden zu Themen wie Unternehmensführung und Gesundheit geschult. Die Mitglieder einer Gruppe bürgen füreinander und helfen sich gegenseitig“, erklärt Harms.

Ziel ist es, durch Mikrokredite, die durchschnittlich 201 Euro betragen, das Leben und die wirtschaftliche Situation insgesamt und nachhaltig zu verbessern. Laut der Opportunity-Mitglieder ist der Ansatz nicht renditeorientiert. Das gespendete Geld halte sich in einem Kreislauf, damit eine nachhaltige Hilfe gewährleistet sei.

Das Konzept ist erfolgreich: „97 Prozent unserer Kredite werden zurückgezahlt. Das Geld bleibt im Empfängerland und wird neu ausgeliehen. Auf diese Weise entsteht ein Multiplikator-Effekt“, so Burlager. Harms fügte abschließend hinzu: „Wir können mit gutem Gewissen sagen, dass sich die Situation in Ghana verbessert hat. Das ist nicht zuletzt auf die Spende der NWZ-Leser zurückzuführen.“ 

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