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Kreiszeitung Wesermarsch, Montag, 22.08.11

Zwischen Fluten und Dürre

Norddeutsche Mission thematisiert die weltweite Wasserversorgung -
Auftakt in der Wesermarsch

VON TINA DITTMANN

DIEKMANNSHAUSEN. Im Rahmen ihrer 175-Jahr-Feier thematisiert die Norddeutsche Mission die Wasserversorgungsfrage - lokal und global. "Zu viel und zu wenig Wasser zerstört die Schöpfung" lautete das Thema der Auftaktveranstaltung am Freitagabend in der Kaskade in Diekmannshausen.

Eingeladen zu der Veranstaltung hatten die evangelischen Kirchengemeinden Schwei und Schweiburg sowie die Akademie der evangelisch-lutherischen Kirche in Oldenburg, das Ökumenische Zentrum Oldenburg und die Norddeutsche Mission.

Rund 60 Teilnehmer hatten sich in der Kaskade, dem Infohaus Wasser des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) an der Bäderstraße in Diekmannshausen eingefunden.

"Wir haben einen selten schönen sonnigen Sommerabend erwischt", begrüßte Hannes Menke, der Generalsekretär der Norddeutschen Mission und Moderator des Abends, die Gäste. Die Sonne war es aber, die den Organisatoren einen kleinen Strich durch die Rechnung machte. Weil sie auf die Leinwand im Raum schien, ließ die den Dokumentarfilm des österreichischen Regisseurs Udo Maurer im wahrsten Sinne blass aussehen und die Bildunterschriften kaum lesbar werden.

Von Bangladesch nach Kenia

Der Film erzählt in drei Kapiteln aus drei verschiedenen Kapiteln aus drei verschiedenen Teilen der Erde vom Umgang mit dem "nassen Element". Sehr persönliche und manchmal extreme Geschichten der betroffenen Menschen vor Ort stehen im Mittelpunkt. Der Film beginnt im Mündungsgebiet des Brahaputra in Bangladesch, wo Fluten und Überschwemmungen das Land der Bauern erodieren lassen.

Ganz anders sieht die Situation im Aralsk in Kasachstan aus. Das Volumen des Aralsees hat sich hier durch den Klimawandel um 75 Prozent verringert. Folge ist die irreversible Versalzung des Bodens. In beeindruckenden und irritierenden Bildern zeigte der Film hier das Nachspiel des Zurückweichens des vormals viertgrößten Binnengewässers. Die ehemals florierende Fischerei- und Hafenstadt Aralsk verwandelte sich in einen Schiffsfriedhof inmitten einer Wüste.

In den dichten besiedelten Slums von Nairobi, der Hauptstadt Kenias, ist Trinkwasser längst zur Ware und zu einer Frage von Leben und Tod geworden.

"Es wird zeit, dass wir uns, ähnlich wie bei Strom, Gedanken um unser Wasser machen", betonte Frank Eger, Landrat des Landkreises Oldenburg und Vorsteher des OOWV, in der anschließenden Diskussionsrunde. Er persönlich gehe sehr "knauserig" mit Wasser um. Dazu gehöre auch, dass der Rasen nicht mit Leitungswasser gesprengt werde. Die Konsumenten müssten lernen, verantwortlich mit Wasser umzugehen. Das gelte auch für die Landwirtschaft, bemerkte Eger mit Blick auf die steigenden Nitratwerte im Grundwasser durch Intensiv-Tierhaltung und Biogasanlagen.

Leenert Cornelius, Vorsteher des II. Oldenburgischen Deichbandes, konnte sich noch gut an den Winter 1947 erinnern: "Da hatten wir keine Wasser für unser Vieh". Bis 1948 die ersten Rohrleitungen des OOWV gelegt wurden, habe man das Wasser in Zisternen aufgefangen und sei sehr sparsam damit umgegangen.

Auf die noch immer extrem  hohe Kindersterblichkeit in Afrika wies Ro Alognon aus Togo, der als Bildungsreferent im Ökumenischen Zentrum Oldenburg tätig ist, hin: "Ein Grund hierfür sind Durchfallerkrankungen, die durch verschmutztes Wasser hervorgerufen werden". Es gäbe zu wenig Brunnen. Durch den Zugang zu sauberem Wasser könne ein großer Teil der Infektionen verhindert werden.

Weltweit haben mehr als 800 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Jeden Tag sterben zirka 4000 Kinder an Krankheiten, die durch verschmutztes Wasser übertragen werden.

www.norddeutschemission.de

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