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Delmenhorster Kreisblatt, Freitag, 10.06.2011

"Neonazi-Szene setzt verstärkt auf Frauen"

Lesung mit Autorenduo Andrea Röpke und Andreas Speit

Im Vorfeld der Kommunalwahl wollen die Veranstalter aufklären und über die rechten Strukturen vor Ort informieren. Das Autorenteam liest aus dem Buch "Mädelsache".

VON HEIKE BENTRUP

DELMENHORST. Aufklären, informieren und vor allem im Vorfeld der Kommunalwahlen für die Gefahren von rechts sensibilisieren soll die Lesung, die die Citykirche am Donnerstag, 23. Juni, ab 19.30 Uhr in der evangelischen Stadtkirche veranstaltet. Erwartet wird an diesem Abend das Autorenduo Andrea Röpke und Andreas Speit. Die beiden Journalisten lesen aus ihrem neuen Buch "Mädelsache" und wollen dabei die steigende Bedeutung der Frauen im Hintergrund der Neonazi-Szene deutlich machen.
Der Eintritt zu der Lesung ist frei.

"Um die Neonazis in Delmenhorst ist es in jüngster Zeit zwar ruhig geworden, dennoch ist die Szene nach wie vor aktiv," erläutert Axel Erdmann von der Evangelischen Familien-Bildungsstätte, neben der Akademie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, Mitorganisatorin der Lesung. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung, die vom Bündnis gegen rechts unterstützt wird, hat Oberbürgermeister Patrick de La Lanne übernommen.

An diesem Abend wollen die beiden Autoren Röpke und Speit insbesondere auf die neue Rolle der weiblichen Neonazis eingehen. "Die Szene setzt verstärkt auf Frauen", sagt Axel Erdmann. Das hätten auch Röpkes Recherchen, beispielsweise in Sachsen-Anhalt, ergeben. "Dort sind die Frauen auf dem Vormarsch, sie wurden in den Wahlkampf geschickt", berichtet Erdmann. Aus diesem Grunde sei davon auszugehen, dass die Rechten auch im bevorstehenden Wahlkampf vor Ort antreten werden. Um das zu verhindern und um über die rechten Strukturen vor Ort zu informieren, haben die Initiatoren die Lesung organisiert.

Die zweite dieser Art, denn das Autorenduo Röpke/Speit war bereits vor zwei Jahren mit seinem seinerzeit aktualisierten Buch "Neonazis in Nadelstreifen" in der Stadtkirche zu Gast. Als Beispiele für vor Ort aktive rechte Gruppierungen nennt Erdmann die NPD und deren Nachwuchsorganisation, die Jungen Nationaldemokraten, sowie den "Ring Nationaler Frauen". "Sie verfügen auch über Stützpunkte in Delmenhorst und haben viele Unterstützer", sagt Erdmann. Hier gelte es Zeichen zu setzen, um zu verhindern, dass die rechte Szene weiter Fuß fasse.

Moderiert wird die Veranstaltung am 23. Juni in der Stadtkirche von Pfarrerin Brigitte Gläser, Leiterin der Akademie der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg.

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