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Oldenburg Sonntagszeitung, Sonntag, 22.05.2011

Fair hat Vorfahrt

Schüler organisieren Projektwoche zum Konsumverhalten
OLDENBURG/blo - Jennifer Kröger strampelt sich ab. Eigentlich müsste sie 112 Stunden in die Pedale ihres Fahrrads treten. Zumindest, wenn sie damit den Strom erzeugen wollte, den ein gewöhnlicher Computer für eine Betriebsstunde braucht. "Wir wollen damit zeigen, wie kostbar Energie ist und für eine sparsamen Umgang damit sensibilisieren", erklärt Jonas Willenborg. Er und seine Mitschüler der BBS Haarentor haben die Projektwoche "Zukunft fair kaufen" mit organisiert und stellten die Ergebnisse am Freitag in der Lambertikirche vor.
Die Idee dazu entwickelten die Evangelische Akademie Oldenburg und das Jugendtheater Rollentausch. "In mehreren Monaten Vorbereitung haben wir das persönliche Konsumverhalten sowie lokale und globale Produktionsbedingungen unter die Lupe genommen", berichtete Akademieleiterin Brigitte Gläser. "Ziel war es, Widersprüche im eigenen Verhalten zu entdecken und Lösungen zu finden". Rund 90 Jugendliche der BBS Haarentor, der Hauptschule Kreyenbrück und des Theaters Rollentausch widmeten sich dem Thema in unterschiedlichen Projekten. "Die meisten Schüler gehen schon mit einer veränderten Haltung heraus, weil sie sich intensiv mit Fragen des Konsums auseinander gesetzt haben", hat Gläser festgestellt. Das bestätigte BBS-Schüler Daniel Hopp: "Wir
haben viel über das Thema nachgedacht und dadurch ein anderes Bewusstsein entwickelt." Theaterpädagoge Jörg Kowollik ermunterte die Jugendlichen, auf der persönlichen und politischen Ebene aktiv zu werden. "Es gibt zwar keine schnellen Lösungen, aber gemeinsam mit anderen kann jeder einzelne etwas zu einer gerechteren und zukunftsfähigen Welt beitragen."
Zum Beispiel mit "Grüßen aus Fairhausen". Mit dieser Aktionspostkarte können Bürger ihre Stadt auffordern, sich bei Entscheidungen und Investitionen an sozialen und umweltverträglichen Standards zu orientieren. Ziel sei es, Ausbeutung von Natur und Mensch zu verhindern. "Bloß nicht resignieren und sagen, ich kann eh nichts machen", gab Kowollik den Jugendlichen zum Abschluss mit auf den Weg.

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