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Evangelischen Zeitung, Sonntag 14.11.2010

Bildungsgerechtigkeit gefordert

Oldenburgische Kirche führt Brigitte Gläser als neue Akademieleiterin ein
OLDENBURG - Bischof Jan Janssen hat jetzt Pfarrerin Brigitte Gläser als neue Leiterin der Evangelischen Akademie der oldenburgischen Kirche in einem feierlichen Gottesdienst eingeführt. Gläser ist gleichzeitig Beauftragte für Mission und Ökumene.
Janssen wies auf Parallelen zwischen dem Wirken der biblischen Propheten Jeremiah und Jesaja und dem Auftrag der Akademie hin. Diese wandele auch auf der Grenze und versuche, Kommunikation zu fördern sowie Kulturen, Alltag und Feste zu verbinden und zu durchmischen.
"Es ist möglich, Panzer zu Lebensrettern zu machen", sagte Gläser in ihrer Predigt und erweiterte damit das biblische Motto "Schwerter zu Pflugscharen" aus der Abrüstungsbewegung in der ehemaligen DDR. Sie verstehe sich als Grenzgängerin, die nicht bereit sei, sich mit der Hilflosigkeit angesichts der Gewaltsituationen auf der ganzen Erde abzufinden, sagte die neue Akademieleiterin. Sie kündigte an, Bildung und Aufklärung einzusetzen, um auf der Grundlage schöpferischer Gotteskraft immer wieder neu Entmilitarisierung und Befriedung aller Menschen zu erreichen. So könne kirchliche Bildungsarbeit mit sozialpolitischem Engagement sowie moderner Missions- und Ökumenearbeit verbunden werden.
Gleichzeitig mit Gläsers Einführung feierte die 1954 gegründete oldenburgische Akademie ihre vor zehn Jahren vorgenommene Neuausrichtung mit einer Podiumsdiskussion zum Thema "Wie kommt die Bildung zu den Menschen?"
Dabei forderte die ehemalige Hamburger Kultursenatorin Karin von Welck mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschlands Schulen. Der Bildungserfolg der Kinder sei noch immer viel zu sehr von der gesellschaftlichen Stellung ihrer Familien abhängig, kritisierte sie. Es sei unverzichtbar, mehr für Kinder aus Familien mit ausländischen Wurzeln und Schüler aus bildungsfernen Familien zu tun, sagte von Welck. Nötig seien mehr Lehrer und Erzieherinnen mit Migrationshintergrund.
Als Chance stellte der Loccumer Akademiedirektor Stephan Schaede die Offenheit der heutigen Jugendlichen heraus. Sie besitzen nach seiner Meinung "eine neue Gewandtheit" insbesondere im Umgang mit Medien, die es zu nutzen gelte. Als Ziel sei dabei eine umfassende "Herzensbildung" wichtiger als Fachausbildungen. Dem stimmte Karin von Welck zu, die sich als "leidenschaftliche Kämpferin für frühkindliche Erziehung und Bildung" bezeichnete, etwa um der ästhetischen Bildung ein größeres Gewicht zu verschaffen.
Schaede forderte mehr Engagement der Eltern und der Gesellschaft in Bildungsfragen. "Die Bildungspolitik kann es nicht alleine richten." Viele Eltern hätten "nicht kapiert", dass sie auch die Erzieher der nächsten Generation seien.

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