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Pressemitteilung der Presse-und Öffentlichkeitsarbeit des Oberkirchenrates, Samstag 06.11.2010

Neue Akademie-Leiterin eingeführt

05.11. AmtseinfuehrungMit einem feierlichen Gottesdienst ist Pastorin Brigitte Gläser am Freitagabend von Bischof Jan Janssen als neue Akademie-Leiterin und Beauftragte für Mission und Ökumene der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg offiziell in ihr Amt eingeführt worden. Ihre Arbeit hatte die 54-Jährige bereits zum 1. September aufgenommen. Sie ist Nachfolgerin von Pastor Thomas Adomeit, der seit November 2009 persönlicher Referent des Oldenburger Bischofs Janssen ist. In der Zwischenzeit hatte der langjährige Geschäftsführer und Kulturreferent Uwe Fischer die kommissarische Leitung der Akademie inne.
05.11. Brigitte GlaeserIn ihrer Predigt in der Oldenburger St. Lamberti-Kirche rief die neue Akademie-Leiterin dazu auf, sich der biblischen Vision von Gerechtigkeit und Frieden zu stellen. Es sei gut und richtig, sich der Spannung, die diese Vision erzeuge, auszusetzen und die Ohnmacht, die die Versuche, es recht zu machen, mit sich brächten, nicht zu verleugnen. "Die Risse, die Widersprüche, die sich auftun, wenn wir die Bilder der Sehnsucht, die Bilder der Propheten ernst nehmen, wir dürfen sie nicht zukitten", so Gläser. Genau diese seien "unsere Lernorte".
In der christlich-westlichen Tradition würden biblische Forderungen allzu schnell auf "individuelle Innerlichkeit reduziert und so von jeder Realitätswirksamkeit abgeschnitten", betonte die neue Akademie-Leiterin. Die Menschen seien aufgefordert, zu lernen, in der Praxis Jesu zu leben, "Frieden zu lernen und nicht Krieg."
Der Oldenburger Bischof Jan Janssen betonte während der Einführung, dass die neu ausgerichtete Akademie ausstrahlen solle. Sie solle mit allen, die sich in Politik und Kultur für Bildung und Befähigung der Menschen bis an den Rand dieser Gesellschaft engagieren, diskutieren. Darüber hinaus soll die Akademie die Ökumene mit ihren vielfältigen Initiativen anstecken und mit allen, die als Christen im Dialog der Religionen gemeinsame Sache machen wollen, für eine Erneuerung des Sinns in der Welt kooperieren.
"Ja, austeilen soll sie, die Mission im Hingehen zu den Leuten, im Bewusstsein für das Leiden der Welt und: für die Stärke unserer Hoffnung. Und kommunizieren mit denen, die sich ignoriert oder distanziert sehen, die meinen, sie hätten den Glauben schon hinter sich, aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben", so Janssen.
Gläser ist gebürtig aus Paderborn und war seit September 2008 als Theologische Referentin beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Fulda mit der Durchführung des Ökumenischen Kirchentages 2010 befasst. Von 2004 bis 2008 war sie Pfarrerin der Evangelischen Schülerinnen- und Schülerarbeit Westfalen, von 1993 bis 2004 Studierendenpfarrerin der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) Paderborn.
Von 1977 bis 1982 absolvierte Gläser ein Lehramtsstudium an der Gesamthochschule Paderborn in den Fächern Sport, Pädagogik und Deutsch sowie ab dem dritten Semester in Religionspädagogik. Nach ihrem Ersten Staatsexamen arbeitete Gläser von 1983 bis 1984 als Lehrerin.
Im Anschluss studierte Brigitte Gläser von 1984 bis 1987 Evangelische Theologie an den Universitäten Bochum, Münster, Berlin und Bern (Schweiz) und legte 1988 ihr Erstes Theologisches Examen vor dem Prüfungsamt der Lippischen Landeskirche ab. Nach ihrer Vikarszeit von 1988 bis 1991 in der reformierten Christusgemeinde Detmold war Gläser von 1991 bis 1993 Pfarrvikarin in der reformierten Gemeinde Pivitsheide bei Detmold.
Die Akademie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg nimmt vielfältige gesellschaftliche und kulturelle Herausforderungen der Gegenwart auf. Mit ihrer Akademie ist die oldenburgische Kirche am Dialog der gesellschaftlichen Institutionen beteiligt und bietet Menschen einen Ort an, wo sie in Freiheit und ohne Ausgrenzung miteinander nach gemeinsamen Wegen und neuen Orientierungen für das Leben suchen können.
05.11. Gaeste zum EmpfangGaeste zum Empfang

 

Catering durch die Schülerfirma miksmaks05.11. Catering durch die Schuelerfirma miksmaks

Gesellschaft hat jahrzehntelang versagt

05.11. Freifrau Karin von WelckEs sei fünf Minuten vor zwölf, so die ehemalige Hamburger Kultursenatorin Karin Freifrau von Welck. Die Gesellschaft habe Jahrzehnte versagt und die Migrationsprobleme in Deutschland verdrängt. Ihr bereite es insbesondere großen Kummer, dass die Bildungschancen von Kindern vom Bildungshintergrund bzw. dem sozialen Hintergrund der Eltern abhänge, betonte die Ethnologin und Kulturpolitikerin in einem Podiumsgespräch, das am Freitag, 5. November, von der Akademie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg in der St. Lamberti-Kirche veranstaltet wurde.
Dr. Stephan Schaede05.11. Dr. Stephan Schaede - Ev. Akademie Loccum Dirketor

05.11. Andrea SchneiderAndrea Schneider

Unter dem Motto "Wie kommt die Bildung zu den Menschen?" diskutierten von Welck sowie der Direktor der Evangelischen Akademie Loccum, Dr. Stephan Schaede; moderiert wurde das Gespräch von der evangelisch-freikirchlichen Rundfunkpastorin Andrea Schneider. Besondere Aktualität erhielt das Podiumsgespräch dadurch, dass das Thema "Bildungsgerechtigkeit" Beratungsschwerpunkt auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sein wird, die am Sonntag in Hannover beginnt.
Endlich gebe es Bemühungen, Kindern mit Migrationshintergrund auch Lehrpersonal mit Migrationshintergrund zur Seite zu stellen. Von Welck bekannte sich als "leidenschaftliche Kämpferin" für eine frühkindliche Erziehung und Bildung. Schon im Kindergartenalter müssten Kinder an eine ästhetische Bildung herangeführt werden und mit Künsten in Kontakt kommen. Durch Singen und Musizieren könnten Kinder zusätzliche und wichtige Kompetenzen erwerben.
Der Loccumer Akademiedirektor Schaede rief Eltern dazu auf, Ihre Rolle als Erziehende auch wahrzunehmen. Lehrer und Lehrerinnen könnten nicht alles allein lösen. Laut Schaede ist Bildung nicht nur Informationsentwicklung, sondern auch und vor allem "Herzensbildung". Weiterhin sollten Eltern die so zahlreich aufgestellten Spielgeräte von ihren privaten Grundstücken verbannen, damit Kinder endlich wieder die Spielplätze als Raum des Erlernens sozialer Kompetenzen nutzen könnten.
Im Blick auf die Arbeit evangelischer Akademien sprach sich Schaede gegen die bestehenden Berührungsängste aus. Nur durch eine intensive Zusammenarbeit könnten die Akademien gestärkt werden.
Von Welck wünschte sich Akademien, die eine Plattform des Austauschs von Menschen seien, ein Ort der Begegnung mit anderen Religionen. In einer immer schnelllebiger werdenden Zeit und in Abgrenzung zu den unzähligen Talkshows, sei es wichtig, dass es Orte gebe, wo sich Menschen zwei bis drei Tage intensiv auf nur ein Thema einließen.
Bereits im Vorfeld des Podiumsgesprächs hatte die neue Leiterin der Evangelischen Akademie, Pfarrerin Brigitte Gläser, erklärt, dass die Demokratiefähigkeit und das Wohlergehen der Gesellschaft in hohem Maße davon abhänge, wie es gelinge, Menschen zu Gestaltungsbereitschaft und Verantwortungsübernahme zu bewegen. "Eine allen Menschen zugängliche Bildung, die nicht ausschließlich als Bündel an Kompetenzen und Fertigkeiten zur individuellen Lebensbewältigung verstanden wird, spielt dabei nach protestantischem Verständnis eine entscheidende Rolle", so Gläser.
Das Podiumsgespräch fand im Anschluss an einen Gottesdienst statt, in dem Pfarrerin Brigitte Gläser von Bischof Jan Janssen als Leiterin der Akademie und Beauftragte für Mission und Ökumene in der oldenburgischen Kirche eingeführt wurde. Ihre Arbeit hatte die 54-Jährige bereits zum 1. September aufgenommen.
Den Abend beschloss die Berliner Compagnie in der Kulturetage. Das Theater-Ensemble, das 2009 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet wurde, griff mit ihrem Stück "Die Verteidigung Deutschlands am Hindukusch" die politische Debatte zum Afghanistankrieg auf und konfrontierte die Zuschauenden mit unbeantworteten Fragen wie z.B. der nach der Verantwortung.

05.11. Helma Fries  - Berliner Compagnie - im Gespraech mit SchuelerInnen der IGS FloetenteichHelma Fries  - Berliner Compagnie - im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern der IGS Flötenteich

 

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