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Nordwest-Zeitung, Samstag 11.09.10

Musik für ein Leben in Freiheit

Konzert Eine Hommage zum 85. Geburtstag des Komponisten und Politikers Mikis Theodorakis
von Christina Lambrecht
Oldenburg - 85 Jahre alt wurde er am 29. Juli diesen Jahres. Doch untätig ist Mikis Theodorakis, der Mann mit dem gewinnenden Lächeln und der grauen Lockenmähne nicht. Für ihn ist „Musik die Quintessenz des menschlichen Lebens“, erzählt der Komponist, Dichter und Politiker in seiner Videobotschaft vom 15. Mai, die am Donnerstagabend zu Beginn des Konzerts anlässlich seines Geburtstages im PFL vorgeführt wurde.
Mikis Theodorakis wollte die Menschen verstehen und sie mit dem wertvollsten, was er besaß, vereinen – seiner Musik, seinem Leben. Diese Musik sollte in der Hommage, die von Gerhard Folkerts zusammengestellt und arrangiert wurde, dem Publikum als Gesamtkunstwerk vorgestellt werden, seine Geschichte erzählen. Begleitet von Folkerts am Klavier, singt Mezzosopranistin Julia Schilinski die Lieder des Komponisten. Schauspieler Rolf Becker rezitiert den Dichter und einige Wendepunkte seiner Autobiografie.
So wurde zunächst der Stellenwert Theodorakis‘ Musik dargelegt, denn es handelt sich hierbei nicht um bloße Unterhaltung. Seine Lieder sollen Sicherheit geben, zum Denken anregen und über Grenzen hinausreichen, erzählt Becker mit beruhigend warmer Stimme. Doch irgendetwas anderes scheint tief mitzuschwingen. In der „Spiegelung I“ von Yiannes Ritsos sollte dies zum Ausdruck kommen. Das Leid und den Schmerz auf der Insel Makronisos, die während des Bürgerkrieges von 1947-1949 als Ort der Verbannung und Massenvernichtung galt, brachte Becker fesselnd zur Geltung. Das Herz blieb so manchem fast stehen, als er „Halt!“ rief und nach Leben flehte – die Stimme erst markant und stark, dann leise abbrechend.
In Pablo Nerudas Gedichten „Einige Tiere“ und „Pflanzenreiche“ die im „Canto General“ vertont sind, wurde die Freude Julia Schilinskis über die Sprache und die begeisternde Musik Mikis Theodorakis‘ offenkundig. Ihrem Temperament konnte sie hier freien Lauf lassen, das jazzige Timbre ihrer Stimme gut mit einbringen.
Sichtlich Spaß hatten alle drei Künstler und kamen Theodorakis‘ Traum entgegen, sein Leben so zu Ende zu leben, indem er seine Musik weiter verschenkt. Das Publikum bedankte sich dafür mit herzlichstem Applaus und erntete dafür die Wiederholung der Titelmelodie von „Zorba Il Greco“, zu der nun fröhlich mitgeklatscht wurde.

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