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NWZ, Samstag 26.09.2009

Was aus Träumen von 1989 wurde

BIOGRAFIEN   Evangelische Akademie über Frauen zwischen Osten und Westen

OLDENBURG - Frauen 20 Jahre nach der Wende - Was sie wollten und was daraus geworden ist. Zu einem Seminar mit diesem Titel lud die Evangelische Akademie in das Gemeindehaus Pasteurstraße ein. Und als Referentinnen hatte Dr. Andrea Schrimm-Heins die Oldenburger Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk und die Berliner Verlegerin Katrin Rohnstock eingeladen.

"Ich habe mich nicht in den Westen beworben, sondern nach Oldenburg", erklärt die 49-jährige Oberkirchenrätin, die seit 1. April Personalchefin von 200 Pastorinnen und Pastoren im Oldenburger Land ist. Als Superintendentin in Merseburg an der Saale war sie sehr beliebt. Noch immer schicken ihr die Mitarbeiter pro Woche einen Blumenstrauß.

Auch nach Schwerin

Jedem, der vor dem Wechsel zu ihr sagte: "Ach, jetzt gehst Du auch in den Westen", erklärte die Mutter von vier Kindern, dass sie noch einmal ihr berufliches Umfeld wechseln wollte. "Ich wäre auch nach Schwerin gegangen." Sie stammt aus einer Pastorenfamilie, nach ihrem Facharbeiterabschluss als Elektromonteurin studierte sie Theologie. 1989 war sie Pfarrerin am Stadtrand von Halle und bekam 280 Mark monatlich. "Wir haben davon geträumt, dass eine neue Demokratie kommt und zwei deutsche Staaten." Von 1990 bis 1994 war sie stellvertretende Bürgermeisterin für das Neue Forum. Dazu stehe sie, und in dieser Zeit habe sie viel gelernt. Erinnern von Alltagsgeschichten, sagt sie, sei wichtig gegen das Vergessen. "Achtet Euch vor jeder Form der Diktatur. Ich will keinen Tag DDR zurück." Allerdings warnst sie auch vor Pauschalurteilen: "Die Westfrau oder die Ostfrau gibt es nicht."

Kinder und Beruf

Karin Rohnstock ist ebenfalls in den neuen Bundesländern aufgewachsen. Sie gründete vor elf Jahren in Berlin einen Verlag, um der Arbeitslosigkeit zu entgehen und hat sich auf Biografien spezialisiert. Inzwischen beschäftigt die 47-jährige 30 Mitarbeiter. Sie attestiert Ostfrauen mehr Selbstbewusstsein. Außerdem sei es selbstverständlich, Kinder und Beruf miteinander zu vereinen. Von behütetem Alltag spricht sie, in dem es die Sorge um einen Arbeitsplatz nicht gegeben habe. Katrin Rohnstock wünschte sich 1989 Reise- und Pressefreiheit und eine "offene DDR".

Diskutiert wurde im Seminar auch auf der Basis des Films "Sag mir, wo die Schönen sind." Er verfolgt die unterschiedlichen Lebenswege der jungen Kandidatinnen zur Miss Leipzig von 1989.

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