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Delmenhorster Kreisblatt vom 04.04.08

"Ich in Dir, Du in mir"

Lutherstift: Gott als Gegenüber beim Meditationsseminar
FALKENBURG (BPF): "Hier baue ich mich auf, hier tanke ich Energie": Teilnehmerin Birgit Corleis aus Harpstedt nimmt aus dem Seminar "Still werden - zur Ruhe kommen - in sich hineinhören" nach knapp drei Tagen der Gespräche und Übungen in christlicher Meditation vor allem das Gefühl mit nach Hause, sich besser kennen gelernt und innere Ruhe gefunden zu haben.
Die evangelischen Geistlichen Holger de Buhr, Pastor in Oldenburg Ohmstede, und Armin Sauer aus Celle leiteten das Meditationsseminar, das am letzten Märzwochenende im Falkenburger Lutherstift zwölf Interessierten aus ganz Nordwestdeutschland die Praktiken christlicher Meditation nahe brachte. "Während die buddhistische Meditationspraxis von jeglichen Gedanken und dem Ego befreien will und das Nichts in der Vordergrund der Erfahrung stellt, wendet sich der Mensch beim christlichen Meditieren an ein konkretes göttliches Gegenüber", führt de Buhr aus.
"Wir wollen den Teilnehmern vermitteln, wie sie die Tiefenschichten des eigenen Lebens ausleuchten können, wenn sie sich der Erfahrung eines Lebens in der Gegenwart Gottes öffnen." In heutiger Zeit ist das Bedürfnis nach Sinnsuche groß, und so war das Seminar schnell ausgebucht. Wichtig für die Teilnehmer sei neben dem Finden der Stille das Spüren des Körpers als Träger der Seele, führten die Dozenten aus. Dehn- und Streckübungen halfen hierbei ebenso wie das ständige Wiederholen eines Gebetssatzes nach Musik: "Schweige und höre - neige Deines Herzens Ohr - Suche den Frieden" rezitierten die zehn Frauen und zwei Männer auf dem Weg zur Ausgeglichenheit.
Das Beisammensein in der Gruppe hat zudem auch eine therapeutische Funktion: Einige Teilnehmer können zu Hause mit niemandem über den Glauben, über christliche Themen und was sie bedrängt reden und nutzen nun die Zeit in der Gruppe dazu. Helga Drilling aus Oldenburg wiederum braucht die Ruhe, um zu sich zu kommen: "Ich habe schon Meditationserfahrung und weiß, dass ich damit viel für mich tun kann." Die Rentnerin ist eingespannt in viele Ehrenämter, und Schweigemeditation, Atemübungen und Singen helfen ihr, das innere Gleichgewicht wieder zu finden. Harmonie herrscht in der Gruppe, gemeinsam feiert man morgens Andacht, meditiert im Sitzen und im Gehen, spricht miteinander, lauscht den Vorträgen der Pastoren und genießt das kontemplative Ambiente des Lutherstifts. Wichtig, so die Geistlichen, sei die Erfahrung miteinander.
"Gott soll erfahren werden als Gegenüber, als ein 'Ich in Dir, Du in mir' - unser Ansatz ist so erfahrungsorientiert, wir wollen weg von der Überintellektualisierung von Kirche und Glauben", lacht de Buhr, und man glaubt ihm, dass er und sein Kollege in den drei Tagen "ins Chaos der Gedanken Ordnung bringen" konnten.


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