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NWZ  28.09.07

Ein Stück über Liebe und Sex

THEATER "Troupe Hakili So" aus Burkina Faso macht Aufklärung zum Thema

Die jungen Schauspieler traten im Gymnasium Lemwerder auf. Dessen Schüler begeisterten sich für das Französische.

LEMWERDER - Schnelle Rhythmen und hastiges Französisch erfüllten am Mittwoch das Gymnasium Lemwerder. Die Akademie der Evangelischen Kirche in Oldenburg hatte zu einem afrikanischen Theaterstück geladen. Dem Publikum bot die aus Burkina Faso stammende Theatergruppe "Troupe Hakili So" Tanz, Gesang und Schauspiel. Das Stück war von den jugendlichen Schauspielern selbst erarbeitet worden. Immer geht es dabei um Probleme, die sie persönlich betreffen. Und was umtreibt Heranwachsende mehr als das Thema Liebe?

Aber in Afrika - wie anderswo auch - stellen Geschlechtskrankheiten eine große Gefahr dar. Viele der Jugendlichen wissen wenig über Verhütung. Frühe Schwangerschaften und AIDS-Erkrankungen sind die Folge. Das Theaterstück klärt hier auf - "Kondome sind cool" heißt es in einem der Liedtexte. Thematisiert werden die erste Liebe, Sexualität und Verantwortung.

Am Ende durften die Zuschauer entscheiden, welche der Figuren vorbildlich agierten. War es richtig gewesen, die schwangere Freundin zu verlassen? Applaus oder Buh-Rufe urteilten über das Verhalten der Darsteller. Schließlich zeigten sich auch die Gemaßregelten einsichtig, baten für ihre Taten um Verzeihung und gelobten Besserung.

Die unterschiedlichen Handlungsstränge wurden durch Musik- und Tanzeinlagen aufgelockert. Trotz der meist französischen Dialoge fiel es dem Publikum leicht, dem Geschehen zu folgen.

Abgerundet wurde der Abend durch einen gemeinsamen Auftritt der Darsteller und junger Schüler des Gymnasiums Lemwerder. Am Vormittag hatten die Fünft- bis Sechsklässler an einem Workshop teilgenommen. Eingeteilt in Trommler und Tänzer übten die Schüler eine eigene Choreographie ein. Sprachprobleme gab es dabei überraschend wenige, wie die zwölfjährige Johanna Groninga erläuterte. Was nicht über Zeichensprache ausgedrückt werden konnte, hätten die Lehrerinnen den Kindern übersetzt. "Viel hat man aber auch so verstanden", ergänzte Merle Schönfeldt.

Über die plötzliche Begeisterung für die fremde Sprache freute sich auch Renate Kreye-Grundmann. Die Französischlehrerin wurde während des Workshops geradezu mit Fragen überhäuft: "Plötzlich war die Sprache für die Schüler richtig lebendig, das hat mir mindestens genauso gut wie das Theaterstück selbst gefallen."

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