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16. September 2007, EZ Nr. 37

Ort der Einkehr und des Innehaltens

Wildeshauser Alexanderkirche zeigte sich am "Tag des offenen Denkmals" als "Ort des gelebten Glaubens"

Wildeshausen. Ein Gottesdienst zum Thema "Engel", ein "Weg des Innehaltens" und ein Theaterstück über "Widukind": Die Alexanderkirche ist ein "lebendiges Denkmal".
Es war eine Steilvorlage, die die Deutsche Denkmalstiftung der Alexanderkirche am vergangenen Sonntag, dem "Tag des offenen Denkmals", lieferte. Mit dem Motto "Orte der Einkehr und des Gebets – Historische Sakralbauten" gab der Denkmaltag die "Möglichkeit, Kirchen als historische Orte und gleichzeitig als Orte des gelebten Glaubens den Menschen näherzubringen", freut sich Uwe Fischer von der Oldenburger Akademie. Gemeinsam mit Kirchenehrenamtlichen und den Wildeshauser Gästeführerinnen entwarf der Diplompädagoge mit seinen Kollegen Pastor Tessen von Kameke und Anja Schäfer den "Weg des Innehaltens". Geprägt von den fünf Stationen Innehalten, Fragen, Suchen, Hören und Beten säumten hunderte von Kerzen "den Weg" durch die Kirche. Ein Stoppschild – extra vom Bauhof angeliefert, wie Gästeführerin Kerstin Bruns verriet – symbolisierte beispielsweise das Innehalten. Jeweils mit einer Fürbitte und einem Psalm versehen, behandelte jede Station ihr Thema auf eine andere, einfühlsame Weise. Auch die Besucher waren einbezogen: An der Station der Fragen formulierten Besucher schriftlich ihre Gedanken, die von "Was ist wirklich wichtig?" bis hin zu "Soll ich meiner Tante die Wahrheit sagen?" reichten. Gerade diese Mischung aus allgemeinen Sinnfragen und konkreten Sorgen schien das Konzept der Kirchenpädagogik zu bestätigen. "Es ist einfach ein anderes Angebot, ein anderer Zugang zur Kirche", resümierte Uwe Fischer. Den fanden die Besucher auch in der letzten Station, dem Beten. Kleine und große Herzenswünsche hingen, auf Fliesen geschrieben, an einem Holzkreuz, der Wunsch nach Frieden neben der Hoffnung auf den lang ersehnten Kuss eines geliebten Menschen. Die Idee des Kirchenpädagogikteams, Kirchen nicht nur als historische, sondern als lebendige Denkmäler zu betrachten, zog sich durch das gesamte Programm der Alexanderkirche an diesem Tag. Bereits der Gottesdienst zum Thema Engel griff einen konkreten Teil der Alexanderkirche auf – die beiden Engelsfiguren aus Portasandstein am Hochaltar. Neben liturgischen lieferten Pastorin Silvia Duch, Tessen von Kameke und Wiltrud Stanszus vom Gemeindekirchenrat auch interessante Geschichts- und Kunstinformationen und verbanden so die Sandsteinengel mit ihrer biblischen Bedeutung. Dabei blieb es nicht bei frontalem Gottesdienst. "Am Ende strömten die Besucher in den Altarraum und wollten die Engel aus der Nähe betrachten", erzählt Wiltrud Stanszus hocherfreut. Dass die Besucher neben dem Betrachten auch noch historische Informationen und Antworten auf alle Fragen erhielten, dafür sorgten die Gästeführerinnen des Verkehrsvereins. Ursula Klawonn, Kerstin Bruns, Karola Müller und Ilse Wemken standen nicht nur stets mit Rat und Tat zur Seite, sondern halfen auch den Kirchenpädagogen bei der Vorbereitung für den "Weg des Innehaltens". Das Theaterstück "Gesucht: Widukind" über das Leben des Namensgebers der "Wittekindstadt" Wildeshausen rundete den "Tag des offenen Denkmals" in der Alexanderkirche ab. Einig waren sich die Beteiligten, dass das Motto des diesjährigen Denkmaltages eine positive Herausforderung war und zukünftige Gedenktage vielleicht zu mehr Resonanz in allen Gemeinden der Oldenburgischen Landeskirche führen könnten. Maren Osterloh

Presse070906

Stimmungsvolle Beleuchtung für den "Weg des Innehaltens" in der Wildeshauser Alexanderkirche.
Foto: Maren Osterloh

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