Inhalt Rechts

Rechte optische Spalte

Inhalt Mitte

Hauptinhalt

.


NWZ, 02. Mai 2007

Noch einmal einen echten Qualmann erlebt

Leiter der Akademie und des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt in den Ruhestand verabschiedet - Ökumenischer Gottesdienst

Dieter Qualmann predigte diesmal selbst. In den Vorjahren hatte er prominente Kirchenlaien dazu verpflichtet.


Von Thomas Hellmold
Den in der Oldenburger Lambertikirche fast schon traditionellen ökumenischen Gottesdienst am Vorabend des 1. Mai wird es in dieser Form wohl nicht mehr geben. Pastor Dieter Qualmann, als Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) Mitbegründer dieses besonderen Gottesdienstes, bei dem seit 1993 zumeist theologische Laien die Predigt hielten, wurde von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg am Montag in den Ruhestand verabschiedet.
Der 63-jährige Pfarrer, der seit 2000 auch die Evangelische Akademie Oldenburg leitet, hatte in den vergangenen 14 Jahren prominente Redner wie Henning Scherf, Ursula von der Leyen oder Norbert Blüm für den Gottesdienst zum "Tag der Arbeit" gewinnen können. Der leidenschaftliche Pfeifenraucher war in der oldenburgischen Synode seit 1995 auch maßgeblich am Reformprozess der Landeskirche beteiligt. Es sei ein Gerücht, dass Qualmann mit seinem Ruhestandsgesuch einem eventuellen Rauchverbot im Oberkirchenrat habe zuvorkommen wollen, scherzte Bischof Peter Krug am Montagabend.
Im Abschiedsgottesdienst predigte Dieter Qualmann selbst. Sein Thema: Versöhnung, Versöhntheit und Versöhnlichkeit. Er sei sich bewusst, dass "die Art, wie ich mein Amt geführt habe, einige in der Kirche irritiert hat", sagte der Theologe und diplomierte Pädagoge, der wegen seiner präzisen wie auch spitzzüngigen Formulierungen in der Synode von den einen bewundert, von anderen gefürchtet worden war. Unterhaltungswert hatten Qualmanns Wortbeiträge allemal, geistlichen Tiefgang ohnehin, wie Bischof Krug seinem Amtsbruder bescheinigte.
Der Bischof vermutete denn wohl auch nicht zu Unrecht, dass nicht wenige Zuhörer am Montagabend in die Lambertikirche gekommen seien, um "noch einmal einen echten Qualmann zu erleben".

Qualmann-Verabschiedung



.