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Evangelische Zeitung vom 28.01.2007

Akademie stellt neues Programm vor

Kirche und Gesellschaft stehen im Mittelpunkt / Von politischen Religionen bis zur Bibel in gerechter Sprache

Oldenburg. Die Akademie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg hat ihr neues Halbjahresprogramm vorgestellt. Kirche, Religion und Gesellschaft stehen dabei im Zentrum des aktuellen Programms mit seinen 29 Veranstaltungen, sagte Akademie-Leiter Dieter Qualmann. "Eine moderne Kirche, die sich einmischt, muss sich verstehbar machen", erläuterte Qualmann. Dazu müsse sie und auch ihre Akademie die pluralistische Gesellschaft anerkennen und mit ihr in den kritischen Diskurs gehen.
Obwohl die Kirchen nach wie vor einen Mitgliederschwund verzeichneten, boome der Markt der Religionen. In dem Impulspapier "Kirche der Freiheit" sehe die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sogar eine neue Chance für die Kirche. Tatsächlich sei der Umsatz auf dem gesamten Esoterik-Markt ebenso groß wie die Summe aller Kirchensteuern. Die Professoren Jürgen Heumann (Oldenburg) und Wolf Krötke (Berlin) werden das Papier am 21. Februar im Oldenburger Kulturzentrum PFL diskutieren.
Um "Religion und Politik" geht es am 19. März im Oldenburger Dienstleistungszentrum der OLB. Dieses Thema reicht von der internationalen Sicherheitspolitik über den anhaltenden Kopftuchstreit bis hin zu verfassungsrechtlichen Fragen und der Integration von Menschen mit anderer religiöser und kultureller Herkunft. Die islamische Theologin Hamideh Mohagheghi (Hannover) stellt sich der Frage "Islam - eine politische Religion?". Der Bremer Religionswissenschaftler Professor Hans G. Kippenberg wird die "politische Religion Amerikas (USA)" untersuchen. Abschließend wird der Alt-Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichtes Karlsruhe zum Thema "Verfassungsstaat und Religionen" sprechen.
Ein weiterer Schwerpunkt bildet der Themenkreis "Kirche und Kultur". Gleich zweimal bietet die Akademie das multimediale Theaterstück "Geh' doch ins Kloster - God's Motel" an. Dem 400. Geburtstag des großen lutherischen Theologen und Kirchenliederdichters Paul Gerhard (1607-1676) widmet sich der Oldenburger Professor Rolf Schäfer am 12. März in der Garnisonkirche. Auf gutes Wetter hoffen alle Beteiligten am 13. April: Denn dann steigt im Botanischen Garten die zweite Oldenburger Maskennacht unter dem Motto: "Ball der einsamen Herzen". Bislang hätten sich schon 18 Gruppen mit mehr als 100 Personen angemeldet. Oldenburger Autoren begründen eine neue Reihe in der Akademie: In diesem Halbjahr steht dabei das Judentum im Mittelpunkt. Am 8. Mai wird Professor Michael Daxner über die These: "Der Antisemitismus macht Juden - Vom Dogma zurück in die Vorläufigkeit einer Theorie" sprechen. Ihm schließt sich am 23. Mai die Professorin Antonia Grunenberg an. Ihr Thema ist die denkwürdige Freundschaft zwischen Hannah Arendt und Karl Jaspers. Den Abschluss bildet Professor Friedemann W. Golka am 31.Mai: Er beschäftigt sich mit der schillernden Figur des Moses in der biblischen Gestalt und der literarischen Figur in Thomas Manns Novelle "Das Gesetz". Umstritten ist die Übersetzung der neuen "Bibel in gerechter Sprache". Die eine Seite spendet ihr enthusiastisch Beifall, die andere Seite nennt sie blasphemisch. Mit Lobenden und Kritikern will am 4. Mai die Mitherausgeberin der neuen Bibel, Pfarrerin Hanne Köhler (Flörsheim), diskutieren.
Das vollständige Programm ist in allen Kirchengemeinden und öffentlichen Einrichtungen wie etwa Bibliotheken zu finden. Im Internet steht es unter www.akademie-oldenburg.de. Telefonisch kann es bei der Akademie unter der Nummer 0441 / 7701 431 bestellt werden.



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