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epd Niedersachsen-Bremen / 07. März 2004

Oldenburg: Theologieprofessor begrüßt "Homo-Segen"

Oldenburg (epd). Der evangelische Theologieprofessor Peter Scherle hat die Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften im Gottesdienst begrüßt. Der Synodenbeschluss der oldenburgischen Kirche vom November, "Segnungen von Menschen in einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft" zu ermöglichen, sei aber nur ein Kompromiss. Er gehe nicht weit genug, weil er sich nur auf die Menschen, nicht aber auf die Partnerschaft beziehe, sagte der Herborner Kirchentheoretiker am Wochenende in Oldenburg.

Die Debatte um die Segnung homosexueller Partnerschaften werde in allen Landeskirchen sehr emotional geführt, sagte Scherler. Sie sei geprägt von unterschiedlichen Sichtweisen der Sexualität und der jeweils persönlichen Bedeutung von Ehe und Familie. Darum sei auf lange Sicht keine einheitliche Meinung möglich. Beide Seiten sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie irren könnten. Für die Befürworter sei Homosexualität eine unveränderbare Prägung und damit Teil der Schöpfung, sagte der Theologe. Wird sie in einer freiwilligen, verbindlichen und auf Dauer angelegten Partnerschaft gelebt, sei sie zu begrüßen. Die Ehe als soziale Einrichtung sei darum nicht bedroht. Die Gegner betrachteten dagegen Homosexualität als eine heilbare Krankheit. Sie sei selbstzerstörerisch und darum ein Fluch. Ein "Absegnen" dieses Fluches im Gottesdienst wäre eine Sünde.

Die oldenburgische Kirchenleitung hatte gegen den Segnungsbeschluss der Synode Einspruch erhoben und ihn damit ausgesetzt. Das Kirchenparlament muss nun während der nächsten Sitzung vom 13. bis 15. Mai das Thema erneut verhandeln und endgültig beschließen.



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