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NWZ vom 31. Mai 2004

Blind-Date-Fahrt führt in Wesermarsch

Unverhoffte Begegnung mit Tupperberaterinnen
Neuheit: Teilnehmer kaufen Theaterkarte ohne Kenntnis von Stück und Ort


Ein Blind Date ist immer ein kleines Abenteuer. Man trifft auf jemanden, den man nicht kennt, wird hoffentlich positiv überrascht oder hat unter Umständen einen schrecklichen Abend vor sich. Auf ein "Blind Date" der etwas anderen Art ließen sich am Freitagabend 75 experimentierfreudige Oldenburger in der Begu in Lemwerder ein.

Uwe Fischer von der Akademie der Ev.-Luth. Kirche Oldenburg nannte es Kultur-Blind-Date. Die Teilnehmer kauften im Vorfeld eine Theaterkarte, kannten aber weder den Namen des Stücks noch den Veranstaltungsort. Ein laut Veranstalter völlig neues Konzept in Norddeutschland, das mit den Lerwartungen der Teilnehmer spielt.

Auf den Ort Lemwerder kam keiner der Reisenden, getippt wurde stattdessen auf Orte wie Bremen oder Oldenburg. Ein Teilnehmer vermutete sogar: "Wir fahren einmal durch Oldenburg und hatten einen schönen Abend im Bus". Das war auch für viele der Grund, sich auf dieses Kultur-Blind-Date einzulassen. "Ich bin offen für alles, Hauptsache es wird nett", meinte Eberhard Linz, der zusammen mit seiner Frau auf Bremen getippt hatte.

Als sie in der Begegnungsstätte in Lemwerder ankamen und von einem mediterranen Büfett erwartet wurden, waren viele Teilnehmer überrascht. Vor lauter Schlemmen und Spekulieren wäre das Stück fast in Vergessenheit geraten. Doch plötzlich fanden sich die Abenteurer mitten auf einer "Tupperparty" wieder. In dieser Kabarettrevue treten Katrin Orth und Tine Schoch vom Theater Lupe als Tupperberaterinnen auf. Während der "Präsentation" lernten sie, dass das Leben nicht nur aus bunten Plastiktöpfen besteht, sondern auch Probleme bereit hält, etwa die vergebliche Suche nach dem Glück, dem perfekten Mann oder die figürlichen Problemzonen einer Frau.

Die beiden Singles gaben dem Publikum einige Flirt-Tipps für die Pause und zeigten außerdem, dass Tupperprodukte multifunktional sind - als Sportgerät, als Waffe, um Differenzen auszutragen, oder als Bekleidung. Von Lied zu Lied stürzten sich die beiden Frauen dabei in ein neues Gefühlschaos, um schließlich festzustellen, dass der liebste Mensch manchmal so nahe ist.

Die Gäste waren sich am Ende einig, dass es der erhoffte schöne Abend war. Wenn doch jedes "Blind date" so gut ausgehen würde ...



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