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NWZ 14. April 2005

"Spielräume im Arbeitsalltag erweitern"

Arbeitsmarkt: Experten fordern Nachbesserungen bei Hartz-IV-Richtlinien
Der Wohlstand in Deutschland sei in Gefahr. Das meint der Politologe Horst Afheldt


Als Folge der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik in Deutschland sieht der Hamburger Wirtschaftswissenschaftler Dr. Horst Afheldt den Wohlstand in Gefahr und warnt vor einem weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen.

"Große Teile der Bevölkerung werden in Armut enden, wenn wir das wirtschaftspolitische System nicht grundlegend ändern", sagte Afheldt gestern bei einem Studientag der Evangelisch-Lutherischen Akademie Oldenburg zum Hartz-IV-Gesetz und seinen Folgen.

Das Bruttosozialprodukt in Deutschland habe sich seit den siebziger Jahren verdoppelt, die Zahl der Arbeitslosen sei jedoch von rund 250000 auf mehr als fünf Millionen gestiegen. Damit sei die These von Wirtschaftsvertretern widerlegt, nur wirtschaftliches Wachstum könnte Arbeitsplätze schaffen.

Eine Ausweitung von Hartz IV forderte Detlef Scheele, Geschäftsführer der gemeinnützigen Beschäftigungs-
gesellschaft "Hamburger Arbeit". Es müsste darüber nachgedacht werden, so Scheele, Ein-Euro-Jobs zukünftig auch für den privaten Bereich zu öffnen. Die Arbeitsgemeinschaften müssten zudem einsehen, dass diese Maßnahmen nur für Problemgruppen genutzt würden. Das würde diese schützen und die Spielräume im täglichen Arbeitsalltag erweitern

Auch Dieter Knutzen von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte: "Man muss verhindern, dass Hochqualifizierte in diesen Prozess mit einbezogen werden.

Für eine Beibehaltung der Hartz-IV-Richtlinien sprach sich dagegen Marie-Luise Schiffer-Werneburg vom Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland aus. Die Auswertung der Zusatzjobs werde vom Hilfswerk derzeit untersucht. Allerdings dürften Ein-Euro-Jobs bestehende Arbeitsverhältnisse keinesfalls gefährden, so Schiff-Werneburg.



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