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NWZ-Wesermarsch 28.04.05

Dein Körper bestimmt, wie du geliebt wirst

Vortrag. Kleinspehn referiert vor der Akademie Regional über medial vermittelten Schönheitswahn

Brake. "Ich bin, was ich aus mir mache". - So eingängig und unverfänglich dieser Leitsatz auch sein mag, so verhängnisvoll musste er den Zuhörern des Vortrages von Prof. Dr. Thomas Kleinspehn aus Oldenburg vorkommen. Die Akademie Regional im Kirchenkreis Stedingen hatte zum Vortrag über den "medial vermittelten Schönheits- und Gesundheitswahn" ins Gemeindehaus Brake-Nord eingeladen.
Was die Zuhörer zu diesem Thema insbesondere über den Schönheitswahn erfuhren, stimmte nachdenklich und hinterließ das Gefühl, gegenwärtig Zeuge einer fatalen Entwicklung in der Gesellschaft zu sein. Der Referent machte deutlich, warum heute Menschen bereits sind, durch kosmetische und chirurgische Eingriffe ihre körperliche Erscheinung zu verschönern, in der Hoffnung, mehr geliebt, begehrt und anerkannt zu werden.
Konnte man in früheren Jahrhunderten oft zutreffend sagen: Kleider machen Leute, so gilt heute die Parole: Dein Körper bestimmt, wer du bist und wie du wirkst und geliebt wirst. Thomas Kleinspehn vertiefte diese Zusammenhänge mit Hinweisen auf literarische, kultursoziologische und psychologische Erkenntnisse.
Er machte deutlich, warum die Menschen heute nicht mehr ein inneres Wertegefühl und ein verbindliches Gewissen leitet, sondern vielmehr die Angst zu versagen und die schamhafte Sorge, in der Beziehung zu anderen Menschen nicht geliebt und anerkannt zu werden. Daher die massenhafte Verbreitung von außengeleiteten Verhaltensmustern, mit deren Hilfe Liebe und Anerkennung scheinbar gesichert werden können. Als Ersatz für eigene Gefühle wird eine ideale Szene als Rolle benutzt, um Liebe, Anerkennung und Erfüllung zu spüren. Das Leben findet in einer nahezu wahnhaften Als-ob-Welt statt.
Referent und Zuhörer waren sich einig, dass Medien, Eltern und Schule die schöne Bilderwelt über Lifestle, Body-Building und Erotik nur mit einer ironischen Strategie bekämpfen können, solange die Gesellschaft nicht in der Lage ist, zum christlichen Menschenbild zurückzukehren.



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