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Kreiszeitung Syke vom 20.09.05
Kunst und Spiel - Kreative Methoden

Der lange Weg von wertlos zu wertvoll

Oder: Von kreativen Menschen, die sich anschicken, in der Kunst eigene Grenzen zu überwinden

HORSTEDT (hen)
Christiane Cuno aus Elsfleth präsentierte "blöde" Schachteln, Stefanie
Tuschling aus Aurich einen Tütenhut auf dem "Wildnis-Catwalk" – Kreativität
wurde am Sonntag groß geschrieben im "Mikado", wo eine Veranstaltung der
Evangelischen Akademie in Oldenburg dazu animierte, sich mit dem scheinbar
Unmöglichen zu befassen und in einem künstlerischen Schaffensakt eigene
Grenzen zu überschreiben. 16 "Mutige" stellten sich dieser Aufgabe – im
Rahmen einer zweijährigen Fortbildung. Sie rekrutieren sich aus Berufen wie
Lehrerin, Diakonin oder Erzieherin. Unter der Leitung von Hermine Haase und
Uwe Fischer bekamen sie zu Beginn ihrer Reise in die grenzenlose Welt der
Kunst eine Tüte mit "Abfall" ausgehändigt.


"Jeder ist Mensch, ist ein Künstler, wenn er sich mit sich selbst
konfrontiert" – getreu dieser Devise begab man sich fei nach Beuys gemeinsam auf den langen und intensiven Weg von "wertlos zu wertvoll". Dass es gar nicht so einfach ist, sich trotz tiefer Abneigung mit Versandhauskatalogen zu beschäftigen, erfuhr Meike Janßen aus Seefeld. Sie gestand: "Ich hasse Kataloge! Das war für mich die totale Härte."

Aus einem Brei aus Katalogen, versetzt mit Leim, Farbpigmenten und Erde
sollte, so der erste Gedanke, ein Fußball aus Lumpen erwachsen. Das Ergebnis war aber ab Ende ein anderes: Dekorative "Blumenzwiebeln" in den skurrilsten Formen entstanden, versehen mit fantasievollen Bezeichnungen wie "Mater gigentea alba".

Und der Materialbrei bekam auch gleich einen dazu passenden doppeldeutigen Namen verpasst: "Blätterteil". "Ich habe über das Material gesiegt und überlege, ob ich in diese Richtung weitermache", zog Meike Janßen am Ende ein positives Fazit.

Mit Humor kommentierte Agnieszka "Agi" Rolbitzki aus Bremen das Ergebnis
ihres kreativen Tuns: "Ich habe im Wald etwas gefunden was mich an einem
Arm erinnerte und habe es zum Arbeiten mitgenommen". Die gewitzte
Performerin hatte aus einem Gummihandschuh, einem Stück Holz sowie einem rosa Putzschwamm "mal eben" die Skulptur "Handstand" gezaubert: "Weil sie mitten in den Blumen steht", ließ sie erläuternd zum Namen ihrer Kreation wissen.



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