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NWZ vom 1. Oktober 2005

Attraktiver für Familien und Ältere werden

EVANGELISCHE AKADEMIE: Demographischer Wandel trifft Deutschland hart

OLDENBURG/EPD - Jedes zweite heute in Deutschland geborene Mädchen wird nach Ansicht von Experte 100 Jahre alt. Die Zahl der 100-Jährigen in Deutschland sei im Vergleich zu 1960 aufgrund der besseren Lebensbedingungen um das fünfzigfache gestiegen. Das sagte die Rostocker Demographie-Forscherin Kristin Gunnarsdottir von Kistowski in Oldenburg auf dem Studientag zum demographischen Wandel der Akademie der Ev.-Luth. Kirche Oldenburg. Die Gesellschaft altere und schrumpfe zugleich. Laut Kistowski ist der demographische Wandel ein gesamt-europäisches Problem:
"Nur in der Türkei und in Albanien bekommen die Mütter im Durchschnitt mehr als 2,1 Kinder." Dieses gesellschaftliche Idealmaß werde von allen anderen europäischen Ländern unterschritten. Die deutsche Durchschnittsfamilie habe nur noch 1,4 Kinder.

Kistowski ist Wissenschaftskoordinatorin des Max-Plank-Instituts für demographische Forschung in Rostock.

Spätestens 2035 gingen die letzten starken Geburtenjahrgänge aus der Mitte der 60er Jahre in den Ruhestand, fügte Kistowski hinzu. Gleichzeitig fehle eine nachwachsende Generation, die die Versorgung der älteren Generation erwirtschafte. Die Gründe für diese Entwicklung seien vielfältig: Frauen drängten in die Erwerbsarbeit, obwohl Familie und Beruf schlecht miteinander vereinbar seien. Viele Frauen schöben ihren Kinderwunsch deshalb auf, bis es ungewollt zu spät für Kinder sei.

Ministerialrat Stephan Walter vom niedersächsischen Sozialministerium sprach sich dafür aus, das Renteneintrittsalter schrittweise anzuheben. Dies dürfe kein Tabu sein. Deutschland müsse attraktiver für Familien und alte Menschen werden



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