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rasteder rundschau vom August 2014

Ein Forum für kreative Ideensucher

Erwachsene sollten spielen, meinen die Organisatoren des Spielmarkts in Rastede, Heike Scharf und Uwe Fischer

Von Britta Lübbers| Er war eine Premiere, nicht nur für Rastede, sondern für die gesamte Region: der große Spielmarkt, der Mitte Juli im Evangelischen Bildungshaus stattfand. Rund 120 Teilnehmer und 50 Referenten waren zu diesem ersten spielpädagogischen Forum gekommen. Die Rückmeldungen fielen ausnahmslos positiv aus, wie die Organisatoren Heike Scharf (Ev. Bildungshaus) und Uwe Fischer (Ev. Akademie Oldenburg) erklären.

12-Juli Spielmarkt Rastede - SpielendeDiese Teilnehmerinnen hatten sichtlich Spaß

Ein Gespräch über die Bedeutung des Spiels.

rr: Frau Scharf, Herr Fischer, warum sollen Erwachsene spielen?
Scharf: Spielen ist eine ganz besondere Form der Kommunikation. Im Spiel bin ich näher an meinen Gefühlen, und wer sich bewusst fühlt, ist offener für seine Umwelt. Spiel ist eine wundervolle Art, in Beziehung zu treten. Wir als Theaterpädagogen wissen: Egal ob Banker, Ärztinnen oder Erzieher – im Spiel entwickeln die Menschen eine größere Feinfühligkeit für die Dinge um sie herum und lernen auch sich selbst noch einmal anders kennen.
Fischer: Spiel muss aber nicht unbedingt einen Zweck erfüllen. Nehmen wir z.B. Boccia oder Verstecken, diese Spiele sind vollkommen zweckfrei.

rr: Zweckfreie Beschäftigungen passen eigentlich nicht in unsere auf Leistung getrimmte Gesellschaft, oder?
Fischer: Und sind genau deshalb so wichtig.
Scharf: Kinder tun sich leichter damit, einfach draufloszuspielen.
Fischer: Aber auch Erwachsene spielen im Alltag, oft jedoch, ohne es zu merken. Wer seinem Hund beim Spazierengehen ein Stöckchen zuwirft, spielt.

rr: Aber es stimmt schon, Spielen wird eher mit Kindern in Verbindung gebracht.
Fischer: Ja, viele Erwachsene verstehen Spielen als eine Ressource aus der Kindheit. Kinder sind freier von Pflichten, sie spielen sich ins Leben. Erwachsene haben Sehnsucht nach diesem Kindheitsparadies. Diese Sehnsucht ist nichts anderes als der Wunsch, noch einmal so spielen zu können. Wir können nicht in die Kindheit zurück, aber das Spiel ermöglicht immerhin einen Ausflug dorthin.

rr: Haben das die Teilnehmer beim Spielmarkt auch so empfunden?
Scharf: Die Rückmeldungen waren überschwänglich. Wir haben die Referenten nicht bezahlt, aber sie konnten alle Workshops besuchen. Unsere Idee war, kreative Ideensucher, die beruflich mit Spiel zu tun haben, zusammen zu bringen. Das Konzept kam sehr gut an. Die Leute haben sich gegenseitig inspiriert. Das war ganz große Klasse.

rr: Welche Berufsgruppen waren vertreten?
Scharf: Es waren viele Pädagogen dabei, Mitarbeiter von Kirchen, Menschen, die in der Behindertenarbeit aktiv sind, die mit Senioren oder Jugendlichen arbeiten. Es waren Junge und Ältere darunter. Und alle haben sich gegenseitig motiviert, haben neue Horizonte entdeckt und einander Denkanstöße gegeben.

rr: Also wird das Projekt wiederholt?
Scharf: Auf jeden Fall. Wir planen, 2016 den nächsten Spielmarkt in Rastede anzubieten.

12-Juli Spielmarkt Rastede - Fischer, ScharfHeike Scharf und Uwe Fischer sind die Köpfe hinter der Idee des Spielmarkts

Fotos: privat / Lübbers

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