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Evangelische Zeitung, Sonntag, 30.11.2014

Gedenken auf Platt

„As Gotthusen brannt hebben“ – Folkgruppe Laway spielt in Ohmstede

Von Nina Hasselbring
Oldenburg – Jedes Jahr erinnert die Stadt Oldenburg mit dem Erinnerungsgang an die Reichspogromnacht aus dem Jahr 1938. Teil dieses Programms war in diesem Jahr auch ein Konzert der friesischen Folkgruppe Laway Mitte November. Mit ihrer Musik will die Gruppe nicht nur an das vergangene Geschichtsereignis erinnern, darüber hinaus setzt sie sich für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Plattdeutschen ein.
Zur Eröffnung spielten die Musiker ein Stück des traditionellen Begrüßungstanzes aus Israel. Mit Auszügen aus ihrem Konzert „As Gotteshusen brannt hebben“ sorgte die Gruppe für Gänsehaut bei den Besuchern. Das gesamte Konzert soll bald auf CD erscheinen.
Im Mittelpunkt des ersten Konzertteiles standen die Kompositionen des griechischen Musikers Mikis Theodorakis. Gerd Brandt, Teil der Gruppe Laway, übersetzte die Kompositionen ins Plattdeutsche. Die auffallend fröhlichen Lieder stimmten die Zuhörer, trotz des ernsten Themas, vergnügt und verliehen dem Abend einen besonderen Glanz. Die positive Melodie wurde besonders durch die hellen und schnellen Flötenklänge unterstützt. „Wenn der Krieg vorbei ist, ja, dann gehen wir Tanzen“, so fasst eine Textstelle eines Liedes der Kantate Mauthausen die Grundstimmung der Lieder gut zusammen.

15-Nov Laway  - AuftrittLaway begeisterte in Ohmstede mit Auszügen aus ihrem Konzert „As Gotthusen brannt hebben“. Foto: Nina Hasselbring

Im zweiten Teil unterstützt Hans Hermann-Briese die Folkgruppe, indem er Gedichte aus dem Zyklus „Israel“ vorlas. Die Zuhörer wurden vom Wechselspiel aus Gedichten und Musik verzaubert und verloren sich in den plattdeutschen Klängen.
Die Tragik der Holocaust- Verbrechen macht die Gruppe Laway besonders in dem Lied „Ilse Koche, de Hexe van Buchenwald“ deutlich. Durch die dunklen Klänge übertrug sich das beklemmende Gefühl der damaligen KZ-Gefangenen auf die gesamte Ohmsteder Kirche. Die Angst und das Gefühl der Verfolgung krochen unter die Haut der Besucher. Besonders, als es in dem Lied um die ermordeten Kinder ging, bekamen einige Besucher feuchte Augen.
Wie eine befreiende Welle baute sich dann das Klatschen bei den Zuhörern während des Liedes „Hevenu Schalom alejchem“ (Wir wünschen Frieden euch allen) auf. Zum Abschluss des Konzertes gedachten die Musiker und die Besucher gemeinsam bei Kerzenschein der Ermordeten der Konzentrationslager.
„Das Konzert hat mich zum Nachdenken angeregt“, sagte ein Zuhörer nach der Veranstaltung. Durch die Musik seien alle wichtigen Elemente des Holocausts repräsentiert worden, von der nicht aussterbenden Hoffnung einiger Verfolgten bis hin zum beklemmenden Gefühl der Verfolgung und Ermordung.

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