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Dokumentation: "Suchet der Stadt Bestes ..." (Jer. 29,7)

Kirchliche Gestaltungsaufgaben in der Stadt


Begrüßung und Einführung:

- Peter Stölting, Kreispfarrer
- Peter Krug, Bischof
- Ernst-Gerhard Wolter, Pfarrer


(1) Peter Stölting, Kreispfarrer

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Schwestern und Brüder!

Dieser erweiterte Konvent hat eine mehr als 1 1/2-jährige Vorgeschichte. Die ersten Planungen fielen in die Zeit, als es noch zwei Kirchenkreise in dieser Stadt gab.

Pfarrer Wolter hatte den Kreispfarrer des Kirchenkreises Oldenburg II - Christoph Onken - und mich zu ersten Gesprächen eingeladen, ohne zu ahnen, dass die Strukturveränderungen in unserer kirchlichen Landschaft auch mal so schnell geschehen können.

Daher steht dieser Konvent im unmittelbaren Zusammenhang der Strukturveränderungen der kirchlichen Landschaft in Oldenburg: seit dem 1. Januar diesen Jahres gibt es den einen Kirchen-kreis, der die ganze Stadt umfasst und die Kirchengemeinde Ofen sinnvoll mit einbezieht.

So ist es zunächst die Struktur dieses neuen Kirchenkreises, die nach Jahrzehnten die Stadt als Ganze wieder in den Blick rückt. Und es wird unsere gemeinsame Aufgabe sein, Antwort zu geben, -- Antwort auf die Frage, wie der kirchliche Auftrag auf der Ebene dieser Stadt Gestalt gewinnen soll.

"Suchet der Stadt Bestes ..." ist die Vorgabe und Aufgabe, die uns gestellt ist in Kooperation mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Einrichtungen und Institutionen aller Ebenen der Stadt.

Dieser Vormittag lädt uns zum Nachdenken und Austausch darüber ein, angeleitet durch Fachleute.

Nochmals: herzlich willkommen!

Die Psalmworte für diese Woche können ein erste Einstieg für uns werden - Worte laus dem 147. Psalm:

Halleluja!
Lobet den HERRN!
Denn unsern Gott loben, das ist ein köstlich Ding,
ihn loben ist lieblich und schön.
Der HERR baut Jerusalem auf
und bringt zusammen die Verstreuten Israels.
Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind,
und verbindet ihre Wunden.
Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten,
die auf seine Güte hoffen.
Preise, Jerusalem, den HERRN:
lobe, Zion, deinen Gott!
Denn er macht fest die Riegel deiner Tore
und segnet deine Kinder in deiner Mitte.
Er schafft deinen Grenzen Frieden
und sättigt dich mit dem besten Weizen.
Halleluja

(nach oben)



(2) Peter Krug, Bischof

Lieber Herr Kreispfarrer, werte Herren Professoren und Gäste, liebe Schwestern und Brüder!

Ich freue mich sehr über diese Akademieveranstaltung in Kooperation mit dem Kirchenkreis Oldenburg Stadt am heutigen Tag.

Ich möchte in vier Punkten begründen, warum ich mich über die immer sichtbarer werdende Entwicklung eines kirchlichen Arbeitskonzeptes für Oldenburg und umzu freue.

1.

Als die Diskussion um die Vor- und Nachteile der Kirchenkreisreform in unserer Kirche so richtig losging, habe ich immer wieder die Meinung vertreten: Wenn die Reform einen Sinn hat, dann hat sie ihn in der größten Stadt unserer Kirche, zumal die beiden Städte Wilhelmshaven und Delmenhorst schon lange einen Kirchenkreis hatten, der sich fast mit dem Stadtgebiet deckte. Seit dem 1.1. diesen Jahres hat Oldenburg die Chance, mit einer Kreissynode, mit einem Kreiskirchenrat, mit einem Kreispfarrer, mit einem Pfarrkonvent, wenn auch einem recht großen, mit einer Vielzahl haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeindliches Leben vor Ort und übergemeindliche Aufgaben und Angebote in einem zukunftsfähigen Konzept aufeinander zu beziehen, miteinander zu verbinden und füreinander in allen Richtungen fruchtbar zu machen. Lassen Sie mich darum noch einmal allen und insbesondere den beiden Kreispfarrern Stölting und Onken danken, die für ein Zusammenwachsen der beiden ehemaligen Kirchenkreise Oldenburg I und II geworben haben.

2.

Die Synode unserer Kirche hat im Mai 1998 die gelben Perspektiven kirchlichen Handelns verabschiedet. Eine der Aufgaben, die mit dem Stichwort Regionalisierung gekennzeichnet ist, kann nach der Kirchenkreisreform intensiver in Angriff genommen werden. Dabei ist die Region ein unbestimmter Begriff, sie kann kleiner oder größer als ein Kirchenkreis sein oder mit ihm identisch. In jeder Region, ob sie nun ländlich und städtisch, durch ihre Lage am Meer oder in der Diaspora geprägt ist, bedarf es gemeindlicher Schwerpunkte und regionaler Zusammenarbeit in möglichst optimaler Ergänzung. Personelle und finanzielle Ressourcen sind zu bündeln und gezielt einzusetzen, wie das schon bisher von bestimmten Arbeitsgebieten und kirchlichen Einrichtungen aus der Einsicht in die Notwendigkeit einer funktionierenden Arbeit praktiziert worden ist. Ich erinnere etwa an die Regionen des Diakonischen Werkes, der Jugendarbeit, der Kirchenmusik, der Lektorenarbeit, der Fortbildung von Erzieherinnen und Erziehern im Kindergartenbereich, der neu konzipierten einen Beratungsarbeit an den drei Standorten Wilhelmhaven, Oldenburg und Delmenhorst.

3.

In der Stadt Oldenburg hat es in der Vergangenheit nicht an hervorragender Gemeindearbeit, an stadtteilorientierten Spezialangeboten, an Absprachen und Kooperationen z.B. im Bereich der Jugendarbeit und der Kirchenmusik gemangelt. Jetzt ist die Chance gegeben, die einzelnen Hand-lungsfelder noch stärker miteinander ins Gespräch zu bringen auf dem Hintergrund einer Stadt, die, wie sich an dem neuesten gemeinsamen Theaterprospekt und in der Gesamtdarstellung des Museen-angebotes zeigt, den Bereich Kultur über die ganze Fläche abdecken will. Ich denke, wir sind gerade noch zur rechten Zeit auf dem Wege, uns umfassend als evangelische Kirche mit Farbe und Profil auf dem Markt städtischer Möglichkeiten einzubringen und gleichzeitig mit der beabsichtigten Gründung einer Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) die guten ökumenischen Kontakte und Aktionen sichtbar zu machen.

4.

Dieser Konvent heute findet an einem besonderen Ort statt. Die Lambertikirche steht im Kern der Innenstadt, um deren zentrale Lage am Rathaus, Markt und Fußgängerzone uns viele andere Städte beneiden würden. Dem Bischof ist dieser baugeschichtlich interessante und gottesdienstlich kommu-nikative Raum als Predigtstätte zugewiesen. Sie wissen, dass ich bereits in meinem ersten Bericht vor der Synode im Jahre 1999 darüber nachgedacht habe, wie man die Schwelle zum Eintritt in dieses Gebäude für Menschen, die der Kirche nicht ganz nahe stehen, überwindbarer machen könnte. Während der Adventswochen, bei Stadtfesten, Märkten und verkaufsoffenen Wochenenden strömen Tausende von Menschen aus der näheren und ferneren Umgebung durch die Innenstadt. Aber viele empfinden das Gebäude als verschlossen, obwohl die Türen geöffnet sind. Ich bin damals ein bisschen ins Schwärmen geraten über die Möglichkeiten in dieser und mit dieser Kirche in der Stadt Oldenburg. Heute freue ich mich, dass nach zweijähriger Vorbereitungsarbeit ein sehr ansehnliches Nutzungskonzept erarbeitet worden ist, das noch in diesem Monat in seiner Grundstruktur und Zielbestimmung beraten wird. Das gibt es ja nun wahrlich nicht überall in unserer und in anderen Kirchen, dass die Jugend, die Diakonie, die Kirchenmusik, Kunst und Kultur, Amts-handlungen und Akademie, gar die Ökumene und die Stadt ein großes Interesse daran haben, in der Lambertikirche, an der Lambertikirche oder um die Lambertikirche herum gefragte Innenstadt-präsenz zu zeigen.

Auf der Suche nach der Stadt Bestem wünsche ich uns heute und morgen nachhaltigen Erfolg, der dem guten Evangelium nach innen und nach außen Türen und Herzen öffnet.

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(3) Ernst-Gerhard Wolter, Pfarrer

Es gibt einen 3. Zusammenhang, in dem dieser Vormittag und unser Nachdenken über "kirchliche Gestaltungsaufgaben in der Stadt" steht: der biblisch-theologische Zusammenhang. Wir haben deshalb jenes berühmte Prophetenwort aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert als Titel über diese Veranstaltung gesetzt:

"Suchet der Stadt Bestes..."

Eine kurze Anmerkung dazu:

Dass Jeremia seine im Exil in Babylon sitzenden Landsleute dazu aufruft, selbst für die Stadt in der sie sich fremd fühlen, zu beten und ihr Bestes zu suchen, ist eine Erinnerung daran, dass der missionarische Auftrag der Kirche im städtisch-säkularen Kontext nicht angemessen erfüllt werden kann, wenn wir nur auf uns selber sehen, uns nur mit uns selbst beschäftigen, unter uns bleiben; sondern nur dann angenommen wird, wenn wir auf das Ganze sehen; wenn wir - mit anderen - nach der Zukunft eines menschengerechten Lebens in der Stadt fragen, und uns hineinbegeben, ja einmischen in die sozialen, kulturellen, ökologischen und politischen Konflikte um die Zukunft der Stadt.

Aber wie und mit wem und in welcher Gestalt von Kirche und Gemeinde kann und soll das geschehen?

Ich bin sicher, dass wir heute Vormittag Anregungen und Impulse zu diesen und weitergehenden Fragen bekommen werden

  • zunächst in Form 2er dicht aufeinander folgender Impulsreferate, also zunächst keine Diskussion. Und damit das auch klappt, wird sich Herr Götting nach etwa 4 Minuten musikalisch einmischen und damit das Signal geben: es geht weiter!

 

  • Die kurze Pause um 11.00 Uhr ist eine dann notwendige Zäsur zum Kaffeetrinken, zum miteinander Reden, zum Stöbern auf dem Büchertisch, und sie ist Gelegenheit für diejenigen, die an den Arbeitsgruppen nicht mehr teilnehmen, zum Verabschieden.

 

  • Nach der Pause 4 Arbeitsgruppen, auf deren Beginn wieder akustisch aufmerksam gemacht wird. Die Themen der Arbeitsgruppen: Stadtteilarbeit, Gottesdienst, Stadtkirchentag, Stadtkirche.


Die Zuordnung der Arbeitsgruppen zu den Gruppenthemen erfolgt durch eine kurze Abfrage vor der Pause.

  • Anschließend, um etwa 12.15 Uhr, Rückmeldungen und Gesamtdiskussion mit unseren Referenten. 13.00 Uhr Abschluss!


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