Inhalt Rechts

Rechte optische Spalte

Inhalt Mitte

Hauptinhalt

.

zurück

Klimaschutz "Lippenbekenntnis"

Diskussion über "Zukunftsfähigkeit" des Oldenburger Landes

Oldenburg. Eine regionale Entwicklungsplanung für Niedersachsen forderte der Grünen- Bundestagsabgeordnete Thilo Hoppe bei der Veranstaltung "Zukunftsfähiges Oldenburger Land", die die Oldenburgische Akademie gemeinsam mit der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften der Carl-von-Ossietzky Universität und dem Ökumenischen Zentrum in der Lambertikirche organisiert hatte.

"Lippenbekenntnisse zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz abzulegen ist ‘in‘, aber wenn es ans Eingemachte geht, folgt die große Mehrheit der Entscheidungsträger immer noch einer ungebremsten Wachstumsideologie", kritisierte Hoppe. Ziel einer gemeinsamen Entwicklungsplanung aller gesellschaftlich relevanten Gruppen einer Region müsse sein, die eigene Lebensqualität zu erhöhen ohne nachfolgenden Generationen Lasten aufzubürden oder die Schöpfung zu bedrohen.

Grundlage der Veranstaltung war die Studie "Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt", die im Oktober 2008 vom Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie erstellt worden war. Bei der Diskussion sollten die Ergebnisse der Studie konkret auf das Oldenburger Land bezogen werden.

Professor Uwe Schneidewind, Sprecher der niedersächsischen Klimaschutzkommission, stellte dazu den "Lower Saxony New Deal" vor. "Aus Niedersachsen kommen zahlreiche effektive Ansätze zu Nachhaltigkeit", sagte Schneidewind. Dazu gehöre beispielsweise im Bereich der regenerativen Energien der Aufbau dezentraler Netzwerke. Dadurch könne Energie-Stabilität gewährleistet werden, wenn die Windräder stillstünden.

Andere Ansätze gebe es im Bildungsbereich, sagte Schneidewind. So existierten im Oldenburger Land rund 400 sogenannte "Nachhaltige Schülerfirmen" mit eigenen Projekten, etwa Solaranlagen auf Schuldächern oder Verkäufe von Produkten aus fairem Handel. "Diese innovativen Ideen können weit über das Land hinaus beispielgebend sein", betonte Schneidewind.

Trotz all dieser Maßnahmen und Projekte scheine die Notwendigkeit einer nachhaltigen Gestaltung der Zukunft noch immer nicht auf allen gesellschaftlichen Ebenen angekommen zu sein, merkte Hoppe an. Er rief dazu auf, "den Kommunal- und Regionalpolitikern auf die Füße zu treten und sie zu fragen, nach welchen Grundsätzen sie handelten und an welchen Leitbildern sie ihr politisches Handeln orientierten."

Nachhaltigkeitsakzente könne das Oldenburger Land beispielsweise im Bereich der "natürlichen Ressourcen, der unverwechselbaren Landschaft, des einzigartigen Wattenmeers und der noch ziemlich sauberen Luft" durch den Ausbau des sanften Tourismus ebenso wie durch die naturnahe Produktion, das Engagement im Bereich erneuerbarer Energien und umweltgerechter Mobilität und nicht zuletzt in seiner Kinder- und Familienfreundlichkeit setzen.

Veränderungs-Potenziale lägen vor allem in der Veränderung des Lebensstils und im regionalen Engagement, merkten Diskussionsteilnehmer an. "Jeder von uns sollte eine Keimzelle in seiner Nachbarschaft werden", sagte Schneidewind, dort seien Klimaziele greif- und erreichbar.

Annabelle Knolle

 



.