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Symposium Kirche und Tourismus am 30. und 31. Oktober 2009 in der Ev. Heimvolkshochschule Rastede

Wenn Kirchen geöffnet sind, werden sie besucht. Immer mehr. Was aber suchen, finden und entdecken Menschen in Kirchen? Wo kommen sie da hin? Und welche Chancen und Hindernisse ergeben sich aus einer Zusammenarbeit zwischen Kirche und Tourismus? Diese und ähnliche Fragen wurden in Rastede vom 30. bis zum 31. Oktober beim Symposium "Kirche und Tourismus" thematisiert. Die Akademie und die Kirchenpädagogik der Ev- Lutherischen Kirche in Oldenburg luden, in enger Zusammenarbeit mit der Oldenburgischen Landschaft zu dieser Veranstaltung ein. Etwa 60 Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche und Tourismus waren gekommen.

Teilnehmer des Symposiums "Kirche und Tourismus"30-10-Kirche und Tourismus-5

Nicht nur als Kunstwerke und historische Gebäude sind Kirchen und sakrale Bauwerke für Touristen von Bedeutung, sondern zunehmend als Orte, an denen Gott Platz hat, als Räume der Einkehr, der Gottesdienste und der Gottesbegegnung. Kirchen oder auch andere Orte der Religion und des Glaubens, wie etwa Pilgerwege, Prozessionen oder Klöster, ziehen Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen an - eine Tatsache, die man als Kirche nicht ablehnen, sondern sich vielmehr zu Nutzen machen kann.

Dr. Thies Gundlach sprach über Erwartungen und Wünsche an Tourismus im kirchlichen Leben30-10-Kirche und Tourismus-1

"Religion ist kein Fast-Food. Religion ist Schwarzbrot, das muss man kauen", so Dr. Thies Gundlach, Oberkirchenrat und Leiter der Abteilung Verkündigung, Kirchliche Dienste und Werke der Ev. Kirche in Deutschland (EKD), Hannover, in seiner Einstiegsrede über Erwartungen und Wünsche an Tourismus im kirchlichen Leben. Um mit den Touristen und Gelegenheitskirchgängern trotzdem das Brot zu teilen und ihnen ein Stück des Glaubens und der christlichen Botschaft mit auf den Weg zu geben, ist für diese Kirchbesucher eine spezielle Sprache und Umgangsweise erforderlich. "Es muss die Wahrheit und der Glanz des Glaubens sichtbar werden, durch Klang und Farbe und Worte muss es möglich sein, dass auch Ungeübte von der christlichen Botschaft berührt werden", betonte Gundlach und erntete dafür viel zustimmendes Nicken und Zuspruch von den Teilnehmenden des Symposiums.

In seinem Vortrag beschrieb Prof. Dr. Christian Antz Perspektiven des Spirituellen Reisens für Kirche und Tourismus30-10-Kirche und Tourismus-2

Dass Tourismus eine Chance für die Kirche ist, um Menschen für das Christentum zu begeistern und zu gewinnen, stimmte von touristischer Seite auch Dr. Christian Antz zu, Referatsleiter Tourismus im Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt und Entwickler der "Straße der Romanik" in Sachsen-Anhalt. Und genau deswegen sollte die Kirche sich auch nicht aus dem Tourismus heraushalten, sondern gezielt nach Gestaltungs- und Wirkungsmöglichkeiten suchen. Beispiele gelungener Zusammenarbeit von Kirche und Tourismus lieferten Sabine Kullik, Pfarrerin aus Minsen, die den "Wangerländischen Pilgerweg" vorstellte und Prof. Dr. Antje Sander, die ihr Projekt "Herrlichkeit und Gottgefallen" präsentierte. Weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit wurden in sechs verschiedenen Workshops erarbeitet und diskutiert. Dabei behandelten die Teilnehmenden Themen wie "Pilgern und Tourismus", "Lange Nacht der Kirche", "Kunst- und Kulturkirche am Beispiel Vechta", "Projekt Nordseelauf", "Kirchen als Kunstwerke und Zeugnisse des Glaubens" sowie "Spirituelle Kirchenführungen".

Prof. Dr. Antje Sander, Direktorin des Schlossmuseums Jever, präsentierte ihr Projekt "Herrlichkeit und Gottgefallen" als Beispiel gelungener Zusammenarbeit von Tourismus und Kirche30-10-Kirche und Tourismus-4

Nachdem gedanklich schon mehrere Pilgerwege durchlaufen worden waren, bot sich den Teilnehmenden am Abend des 30. Oktobers noch die Möglichkeit, sich auf einen musikalischen Pilgerweg zu begeben. Das Ensemble "Subito" aus Oldenburg und Hamburg hatte zu einem Klangkonzert mit dem Thema "Vertraute Orte auf neuen Wegen – ein musikalischer Pilgerweg in drei Teilen" in die St. Ulrichs Kirche in Rastede eingeladen.

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Das Ensemble Subito nahm seine Zuhörer mit auf einen musikalischen Pilgerweg30-10-Kirche und Tourismus-7

Nach der Abschlussdiskussion, die die Chancen und Grenzen von Tourismus und Kirche noch einmal zusammenfasste und vertiefte, richtete Bischof Jan Janssen abschließende Worte an die Teilnehmenden des Symposiums, in denen er den Wandel der Kirche vom kritischen Zuhörer zum überzeugten Handelnden forderte. "Natürlich kann man sich fragen: Wo kommen wir da hin, wenn wir eine Kirche betreten. Aber genauso gut ist zu fragen: Wo kommen wir da hin, wenn wir aus unserer Kirche nach draußen treten?"

Bei der abschließenden Podiumsdiskussion wurden wichtige Ergebnisse des Symposiums von Dr. Christian Antz, Dr. Ralph Hennings, Tessen von Kameke, Hartmut Schneider und Dr. Jörgen Welp noch einmal zusammengefasst und diskutiert (im Bild: Tessen von Kameke (Pfarrer und Kirchenpädagoge), Dr. Ralph Hennings (Pfarrer an St. Lamberti), Hartmut Schneider (Pfarrer, haus Kirchlicher Dienste, Referat Kirche und Tourismus, Hannover). Moderation: Dr. Ekkehard Seeber (ehemaliger Kulturdezernet der Stadt Oldenburg), als Gast Bischof Jan Janssen
Auf dem Weg das "Außen" und "Innen" einander begegnen und ins Gespräch kommen zu lassen, hat das Symposium einen wichtigen Schritt getan. Zudem zeigte es auf, dass Kirche und Tourismus nicht nur gemeinsame Orte, sondern weitgehend gemeinsame Ziele und gemeinsame Perspektiven haben, die in vielen Projekten im Oldenburger Land Gestalt gewinnen können.

Bei der abschließenden Podiumsdiskussion wurden wichtige Ergebnisse des Symposiums von Dr. Christian Antz, Dr. Ralph Hennings, Tessen von Kameke, Hartmut Schneider und Dr. Jörgen Welp noch einmal zusammengefasst und diskutiert, auch mit dem Gast Bischof Jan Janssen. [Im Bild: Tessen von Kameke (Pfarrer und Kirchenpädagoge), Dr. Ralph Hennings (Pfarrer an St. Lamberti), Hartmut Schneider (Pfarrer, haus Kirchlicher Dienste, Referat Kirche und Tourismus, Hannover). Moderation: Dr. Ekkehard Seeber (ehemaliger Kulturdezernet der Stadt Oldenburg)]30-10-Kirche und Tourismus-3

Annabelle Knolle

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