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"Auf Abrahams Spuren durch das Heilige Land."

Am 3. Oktober 2009 brachen 33 Teilnehmer zu einer 14-tägigen biblischen Studienreise der Evangelischen Stadtkirchenarbeit Oldenburg nach Palästina, Jordanien und Israel auf, die von Diakon Christian Heubach und Barbara Münch-Jeske geleitet wurde. Als Guide begleitete uns der in Oldenburg lebende und in Palästina geborene "Brückenbauer zwischen dem Orient und Okzident" William Abu Dayyeh-Köhne.

Unser erstes Ziel war Beit Jala bei Bethlehem in Palästina, wo wir im Gästehaus "Abrahams Herberge" Quartier bezogen. Dieser Begegnungsstätte der Ev.-Luth. Reformationsgemeinde ist die Oldenburgische Kirche seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden  und so überbrachte Christian Heubach im Sonntagsgottesdienst die Grußworte unseres Bischofs Jan Janssen.

Palästina 09 Gottesdienst-Beit Jala

In den zwei Wochen unserer Reise kamen wir an die Stätten der Geburt, des Wirkens, Sterbens und der Auferstehung von Jesus Christus. Wir kamen in Gegenden, die zur Betrachtung einluden: See Genezareth, Cäsarea Philippi und Banjas, judäische Wüste, En Gedi, Totes Meer, Berg Nebo, Wüste Negev, Wadi Rum, wir fuhren auf dem King's Highway und über die Golanhöhen und sahen Laubhütten während des israelischen Laubhüttenfestes.

Wir besuchten Masada, Tel Arad, Herodium, Jericho, das Kloster der Versuchung, Qumran, Madaba, die Nabatäer-Stadt Petra, Karak und Cäsaräa, die Palästinänserstadt Hebron und das Flüchtlingslager Dhesche und kamen in das alte und neue Jerusalem, an die Klagemauer zur Bar Mitswa-Feier, auf den Tempelberg, zur Shoa-Gedenkstätte Jad Vashem, zur Hadassah-Synagoge mit den berühmten Chagall-Fenstern und zum Schrein des Buches im Israel-Museum.

Palästina 09 Reisegruppe

Palästinensische Gastfreundschaft genossen wir im Elternhaus unseres Guides in Beit Jala, dessen Urgroßvater 1879 die erste lutherische Gemeinde in Palästina gründete. Wir trafen uns mit dem Vertreter der Friedrich-Naumann-Stiftung, Suleiman Abu-Dayyeh; der Frau des Pfarrers der Evangelischen Reformationsgemeinde, Hannelore Shihadeh; besuchten die palästin. Schriftstellerin Faten Mukarker  und fuhren nach Talita Kumi, einer Schule mit Gästehaus, die von Kaiserswerther Schwestern gegründet wurde und in der christliche und muslimische Kinder unterrichtet werden, wo uns der Schulleiter Dr. Dürr empfing. Weitere Begegnungen gab es in Jerusalem mit Marelyn Schulz; dem israelischen Historiker Reuven Moskowitz und Probst Dr. Uwe Gräbe im Refektorium der Ev.-Luth. Erlöserkirche. Die Berichte dieser Menschen über die derzeitigen Lebensbedingungen und die Situation der Kirchen in Palästina berührten uns sehr und wir bewunderten ihre Stärke und Hoffnung auf eine friedliche Lösung der Konflikte. Wie bedrückend die Lage der in Palästina lebenden Menschen ist wird besonders deutlich durch die ca. 9 m hohe graue Trennmauer, die die israelische Regierung seit 2003 als "Sicherheitszaun" gegen Attentäter auf palästinensischem Boden baut und die sich wie ein  Wurm durch das Land schlängelt.

Von den Dächern unserer Quartiere sahen wir auf die Städte mit ihren Kirchtürmen und Minaretten; dort trafen wir uns auch zum "Morgenlob" und "Abendsegen". Biblische Lesungen, Lieder und Andachten begleiteten uns auf unseren Wegen. Auf dem Ölberg feierten wir in der Kirche Dominus Flevit, d. h. "Der Herr weinte" einen Abendmahlsgottesdienst. Pfarrer Jörg Schierholz brachte in seiner  Predigt über Lk. 19, 41-48 zum Ausdruck, was wir nach den Eindrücken dieser gemeinsamen Tage empfanden: "Jesus weinte. Auch heute hätte er allen Grund dazu über sein Jerusalem zu weinen, das nicht erkennt, was zum Frieden dient. Wir bekommen Woche für Woche bei uns und nun hautnah aus dieser Stadt und Region mit: Auf beiden Seiten, bei Palästinensern wie Israelis, sind Menschen bereit, blutige Attentate zu verüben. Hier wie dort herrscht tiefstes Misstrauen gegenüber dem jeweils Anderen. Jede Seite sieht sich als eine 'Front der Guten gegen die Bösen, des Lichtes gegen die Finsternis, der Gerechten gegen die Ungerechten'. Wir dürfen auch Tränen für Israel in den Augen haben. Gott sieht unsere Tränen der Hilflosigkeit. Sie führen uns zu ihm. Unsere Aufgabe, Verpflichtung als Christinnen und Christen ist es, immer wieder, auch und gerade nach unserer Reise, an die leidvolle Geschichte Jesu mit seiner Stadt zu erinnern und das uns Mögliche zu tun, diese Region nicht sich selbst zu überlassen."

Palästina 09 Wadi Rum

Eine weitere Pilger- u. Studienreise leitet Diakon Christian Heubach vom 9.-23. Oktober 2010 nach Palästina und Israel. Reiseinteressenten wenden sich an: heubach@lambertikirche-oldenburg.de

Text: Margrit Behrens

Fotos: Christian Heubach

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