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Krise liegt im System

Zum Auftakt der dreiteiligen Veranstaltungsreihe zum Thema "Globalisierung" der Ev. Akademie gemeinsam mit dem Ökumenischen Zentrum Oldenburg (am Dienstag, den 13. Januar  2009 in Sande und eine Woche später in Oldenburg) widmete sich Pastor Ahlerich Ostenkamp von der Projektstelle Globalisierung der Ev.-reformierten Kirche in Nordhorn dem Zusammenhang von weltumspannenden Handelssystemen, die sich selbst überlassen werden und den Staat in die "Nachtwächterfunktion" verbannen. Das Referat über die "Globalisierung im Zeichen des Neoliberalismus" erfuhr unter den aktuellen Eindrücken der Finanz- und Wirtschaftskrise eine besondere Brisanz.

 

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"Reden Sie mit!", forderte Ostenkamp die Zuhörer auf. "Lassen Sie sich nicht den Mund verbieten, weil Sie sich zu wenig auskennen. Wo sind sie denn, die Experten, angesichts der Katastrophe?" Die Finanzmärkte der Welt seien unkontrolliert, unverstanden und deshalb gefährlich, so der Fachmann. Rund 90 Prozent aller Geschäfte hätten nichts mehr mit der realen Wirtschaft zu tun. "Die Manager orientieren sich an ihrem Erfolg in zwölf Monaten, hier geht es um einen Systemfehler – nicht um die private Gier", erklärte Ostenkamp.
Ursache für die Immobilien- und Kreditkrise, die zu einer allgemeinen Finanz- und Wirtschaftskrise führte, seien die "faulen Kredite" gewesen, die vergeben wurden. "Faule Kredite werden auch in der EU und in Deutschland wie eine Blase mit herum geschleppt", weiß Ostenkamp. Durch Paketverkäufe wurde das Risiko gestreut, jetzt sei die ganze Welt betroffen. Neue Finanzinstrumente wie Leerverkäufe und Spekulationen an den Rohstoffmärkten, Hedgefonds, Liberalisierung des Handels sowie andere Einflüsse hätten zur Krise geführt. "Während Anleger auf die Rohstoffmärkte auswandern und mit Nahrungsmitteln spekulieren, ist die Zahl der Armen um über 130 Millionen Menschen auf eine Milliarde gestiegen", betonte er. Das sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Der Neoliberalismus habe zu Steuererleichterungen für die Großunternehmen geführt. Die Bankaufsicht und die staatliche Regulierung sei reduziert worden. Das habe zu Sozialabbau, Umweltzerstörung und Reallohnverlust geführt. Ostenkamp fordert unter anderem eine Erweiterung der Aufsicht, die Besteuerung der Spekulationsgewinne sowie die Schließung der Offshorezentren (Steueroasen) und mehr Verbindlichkeit für Aktionäre. "Die Finanzmärkte brauchen Ge- und Verbote, weil Menschen daran beteiligt sind."
Die nächsten Veranstaltungen zu dieser Reihe sind: "Globalisierung als Herausforderung für die Kirchen" am 17. Februar in der Christuskirche, Harlinger Straße, und "Globalisierung als Herausforderung vor Ort", Exkursion zum Jade-Weser-Port am 19. März, Anmeldeschluss: 5. März.


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Akademieleiter Thomas Adomeit dankte Ahlerich Ostenkamp für den interessanten und informativen Abend.

Das Manuskript des Vortrages können Sie sich hier als pdf-Datei herunterladen

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