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Tank oder Teller

Konkurrenz der Flächen – Nahrungsmittel versus Bioenergie Oldenburg. Durch die Begrenzung der fossilen Rohstoffe und den Forderungen nach Klimaschutz ist Bioenergie mehr denn je gefragt. Gleichzeitig wächst die Weltbevölkerung, der Bedarf an Nahrungsmitteln steigt. Entstanden ist eine Konkurrenz der landwirtschaftlichen Anbauflächen, die für Ernährung oder Energie genutzt werden. Die Ev. Akademie Oldenburg veranstaltete am Donnerstag gemeinsam mit dem Ökumenischen Zentrum Oldenburg im Kulturzentrum PFL eine Vortrags- und Gesprächsrunde zum Thema "Wie viel Bioenergie verträgt unsere Erde?" Gemeinsam mit Fachleuten und einem interessierten Publikum diskutierten die Referenten Dr. Rudolf Buntzel vom Ev. Entwicklungsdienst (EED) aus Bonn und Harald Wedemeyer vom Landvolk Niedersachsen über die Auswirkungen.

Bioenergie-Referenten

In Niedersachsen sind bereits mehr als 750 Biogasanlagen entstanden (2004 waren es rund 280 Anlagen). Jede Anlage benötigt zirka 2000 Hektar Fläche, so dass allein in Niedersachsen schätzungsweise 100 000 Hektar Land für den Raps- und Maisanbau genutzt werden. In Teilen der Region ballen sich die Anlagen. Während im Bereich Cloppenburg mehr als 100 Biogasanlagen  im Betrieb sind, wurden im angrenzenden Vechta nur zwölf Anlagen gebaut. Dadurch ist es schon jetzt in einigen Landkreisen schwierig beispielsweise Strohballen zu kaufen, weil dort fast ausschließlich Mais für die Bioenergie hergestellt wird.

Bioenergie-Diskussion

"Rohstoffressourcen werden knapp – die Nachfrage steigt", weiß Wedemeyer. Er rechne damit, dass die Menschen eine rasante Entwicklung erleben werden. Dabei seien Biokraftstoffe lediglich als Zwischenlösung zu betrachten, denn sie stoßen an ihre Grenzen, was die aktuell geführten Debatte "Tank oder Teller" deutlich mache. "Food first" heißt das Stichwort, unter das Experten ihre Forderungen stellen würden. "Das muss die Vorgabe sein", verlangt auch Wedemeyer. Der Prozess der Flächenverknappung wird beschleunigt durch Anleger und Spekulanten, die den Bedarf erkannt hätten. "Firmen unterschiedlichster Bereiche kaufen zurzeit riesige Gebiete z.B. in Afrika auf. Die ansässigen Kleinbauern und Hirten werden vertrieben", warnt Buntzel. "Wir lösen unsere Probleme der Nahrungsmittel- und Energiesicherung auf Kosten der armen Länder." Innovationen, eine hohe Verbrauchseffizienz durch Einsparungen und die Nutzung von Flächenreserven könnten eine Ausweitung des Konflikts zwischen Nahrung und Bioenergie vermeiden, sind sich beide Referenten sicher. Pfarrer Thomas Adomeit, Leiter der Ev. Akademie Oldenburg, zog ein Resümee: "Wir müssen die Suche nach Chancen verstärken. Es braucht eine intakte nachhaltige Landwirtschaft, damit wir allen Menschen genügend zu essen geben können." Anja Michaeli, 10. Oktober 2008

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