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Kirchen müssen Position beziehen

Ein Bericht von Isabell Wendeburg über die Veranstaltung vom 14. Februar 2007 zum Thema:

"Christliche Verantwortung für ein Globalisierung mit menschlichem Gesicht"

"Die Kirchen haben die Pflicht, Position zur Globalisierung zu beziehen." Diese Position vertrat Prof. Dr. Ulrich Duchrow jetzt bei einer Veranstaltung der Akademie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg. Der Vortrag in der Evangelischen Familienbildungsstätte Delmenhorst stand unter der Überschrift "Christliche Verantwortung für eine Globalisierung mit menschlichem Gesicht." Der Theologe und führende Wirtschaftsethiker aus Heidelberg wies auf die Not und Ungerechtigkeit hin, die vor allem in den Entwicklungsländern Folge der Globalisierung sei. Aus diesem Grund dürfe die Kirche ein solches System nicht unterstützen. "Der weltweite Einzug des Neoliberalismus auf Mensch und Natur ist in allen Ländern so zerstörerisch, dass niemand mehr die Augen davor verschließen kann – am wenigsten die Kirchen", so Ulrich Duchrow. Eine angeregte Diskussionsrunde mit den rund 50 BesucherInnen, darunter auch Vertreter des Delmenhorster Arbeitskreises Globalisierung, schloss sich an. Die Veranstaltung wurde geleitet und moderiert von Akademieleiter Pfarrer Dieter Qualmann.

Duchrow verwies die Kirchen in seinem Vortrag auf ihre Wurzeln: Bereits in der Apostelgeschichte werde davon gesprochen, dass nichts absolutes Eigentum sei, sondern man so lange teilen müsse, bis es keine Armen mehr gebe. "Der Neoliberalismus bietet aber genau diesen Armen keine Chance, aus ihrem Elend zu gelangen", betonte der Wirtschaftsethiker. Er kritisierte vor allem die Anpassung der Kirchen an die gegebenen Herrschaftsstrukturen. Sie dürften nicht länger als Akteure der Globalisierung und des Neoliberalismus auftreten. Dieses sei mit den in der Bibel genannten Grundsätzen der Kirchen nicht zu vereinbaren.

Nach Meinung Duchrows könne die Globalisierung nur gestoppt werden, wenn man dem vorherrschenden System des Neoliberalismus Energie entziehe. Dieses sei dadurch möglich, dass man die Fehler in der Struktur dieses Systems erkenne und publik mache. Gleichzeitig müssten allerdings auch Alternativen unterstützt werden. Die Förderung von unabhängigen Unternehmen und alternativen Energien sei hier ein Schritt in die richtige Richtung. Nur so könne man auf lange Sicht eine Globalisierung erlangen, die ein menschliches Gesicht besitze. Eine solche Veränderung des Systems sei vor allem Aufgabe und auch Pflicht der Kirchen.

 



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