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Projekt „Poetische Kommentare zu Bach-Kantaten"

Uraufführung neuer Kantaten nach Moosbach-Texten in Oldenburg

Wie lassen sich die traditionsreichen Bach-Kantaten in die heutige Zeit trans-portieren? Diese Frage steckt hinter dem Kompositionsprojekt „Poetische Kommentare zu Bach-Kantaten" von Matthias Drude, Professor für Musikthe-orie an der Hochschule für Kirchenmusik in Dresden. Vor drei Jahren hatte er angeregt, die aktuellen poetischen Texte der Autorin Carola Moosbach zu den originalen Bach-Kantaten neu zu vertonen. In Oldenburg haben sich – bundesweit bisher einmalig – zwei Frauen auf dieses Projekt eingelassen: Beate Besser, Landeskirchenmusikdirektorin der oldenburgischen Kirche, und die Musikprofessorin Violeta Dinescu von der Universität Oldenburg. Nach fast einem Jahr Vorbereitungszeit, unterstützt von der Ev. Akademie in Ol-denburg, haben sie jetzt mit Mitgliedern des Oldenburgischen Staatsorches-ters, dem Ohmsteder Vokalensemble und Gastmusikern ihre Werke in der Ohmsteder Kirche in Oldenburg uraufgeführt. Es sei „eine großartige Heraus-forderung" gewesen, „ein besonderes Erlebnis", begeisterten sich die rund 150 Besucherinnen und Besucher.

31-Okt Uraufführung Sänger   Als Solistinnen und Solisten konnten Ute Engelke, Stefanie Lombert, Götz Phillip Körner und Matthias Gerchen (alle aus Hannover) gewonnen werden.

„Die Texte der Bach-Kantaten passen oft vom Gottes- und vom Menschenbild her nicht mehr in unsere Zeit", erklärt Beate Besser. „Deshalb war ich auf Anhieb begeistert von der Idee, hier etwas Neues zu schaffen." Mit Violeta Dinescu fand die Landeskirchenmusikdirektorin eine Mitstreiterin, die, so er-innert sich Besser, „sofort Feuer und Flamme war". Für die Musikprofessorin war das Projekt wie eine Einladung: „Ich habe sowohl auf einer emotionalen Ebene als auch durch analytische Untersuchungen seiner Musik eine Verbin-dung zu Bach", erklärt Dinescu. Die Kantaten „Der Himmel lacht" (Bach-Werkeverzeichnis, BWV, 31) und „Gott ist mein König" (BWV 71) sind nun in eine moderne Fassung umgesetzt worden und haben dabei auch neue Titel bekommen: „Überwiegend heiter" heißt die Komposition von Beate Besser, fußend auf Bachs „Der Himmel lacht". „Ich will umkehren" hat Violeta Dinescu ihre Neukomposition nach Carola Moosbachs Text „Bildwechsel" genannt. Thematisch verbindet die beiden neuen Werke ein Gedanke: Die Auferste-hung der Osterkantate „Der Himmel lacht", die sich als Thema auch bei Beate Besser findet, wird in der zweiten Komposition von Violeta Dinescu zum Auf-stehen für mehr Gerechtigkeit in der Welt. „Sowohl musikalisch als auch durch die intensive Botschaft des Textes entsteht eine besondere Kristallisa-tionsform", so Dinescu. „Moosbach greift Fragen aus der Zeit von Bach auf, die wir uns auch heute noch stellen."

31-Okt Uraufführung Besser   Landeskirchenmusikdirektorin Beate Besser ist nicht nur eine der beiden Komponistinnen, sondern dirigierte auch bei der Uraufführung.

Vor der ersten Note habe sie sich schwergetan, sagt Beate Besser, denn „Bach flößt Respekt ein, daran muss sich alles Neue messen lassen". Sie wolle „Bach nicht abschaffen", habe sich aber in ihrer Komposition bewusst von dem berühmten Komponisten gelöst. „Es reizt mich, Musik unserer Tage zu machen und damit einen musikalischen Ausdruck unserer Zeit zu schaf-fen." Die musikalische Besetzung der Neukompositionen entspricht dabei – das ist in dem Gesamtprojekt so vorgesehen – den Originalvorgaben von Bach. Ob nach der Uraufführung weitere Konzerte mit den Neukompositionen stattfinden werden, ist noch ungewiss. Die Rechte an den Partituren erlangt der Strube-Verlag, dessen Schwerpunkt auf evangelischer Kirchenmusik liegt.

Die Veranstaltung ist Teil des Projektes „Freiheitsraum Reformation" und wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Kooperation mit der Ev. Akademie Oldenburg.

Mehr Informationen zu dem Kompositionsprojekt unter www.drude.info

Text und Fotos: Anke Brockmeyer / Ev. Akademie

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