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Ein Wochenende der Sinne

In der Kinderakademie die Welt bewusst entdeckt
Kann man mit verbundenen Augen und einer Klammer auf der Nase überhaupt etwas schmecken? Welche Kräuter lassen sich am Geruch erkennen? Wie empfinde ich Laute in einer völlig fremden Sprache? Auf die Spur ihrer Sinne haben sich die Teilnehmenden der Kinderakademie in Rastede gemacht, die am ersten Oktoberwochenende von der Evangelischen Akademie, der Ev. Heimvolkshochschule, dem Landesjugendpfarramt und der Yezidischen Gemeinde angeboten wurde. Im Ev. Bildungshaus Rastede erprobten Kinder und ihre erwachsenen Begleiter, was es eigentlich mit den Sinnen auf sich hat.

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Nicht nur ein Programm für die Kleinen zu machen, sondern auch die Großen miteinzubeziehen, ist das Prinzip der Kinderakademie. „Genau diese Mischung finden auch die Erwachsenen toll", so die Erfahrung von Heike Scharf. Die Theaterpädagogin organisiert die Kinderakademie gemeinsam mit ihrem Kollegen Uwe Fischer schon seit Jahren und weiß: Das Konzept, mitzumachen, auszuprobieren und einfach mal wieder zu staunen, überzeugt Teilnehmende jeden Alters. Mit großer Begeisterung sind auch Dilan und Nissan dabei: Sie gestalten in der Kunst-Werkstatt gerade Stöcke für ein Wunsch-Mobile und drücken ihre Wünsche in Symbolen und kräftigen Farben aus. Am Ende des Tages soll das Mobile mit allen Stöcken ausbalanciert und aufgehängt werden.

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Nach dem Farbfeuerwerk gibt's Arbeit für die Nase. Riechen bunte Flüssigkeiten eigentlich anders, je nachdem, ob man sehend oder mit verbundenen Augen daran schnuppert? Kann man Teesorten deutlich schmecken? Warum ist die Nase nicht nur zum Riechen wichtig, sondern hilft auch beim Geschmack? Rosanna und Jodie mischen gerade mit Feuereifer Kräutersalz. Jedes der Mädchen darf die Kräuter zusammenstellen, die ihm am besten gefallen. Weiter geht's zur Werkstatt fürs Hören. Sprechen die hier Chinesisch? Genau. Mit dem für unsere Ohren völlig fremden Klang der Sprache tauchen die Mitglieder der Gruppe ein in die Sprache der Schriftzeichen. Hier lernen sie, bis zehn zu zählen, Lieder zu singen und ihren Namen zu schreiben – was nach harter Arbeit klingt, macht in Wirklichkeit richtig viel Spaß.

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Werkstätten zum Hören, Riechen, Tasten, Sehen und Schmecken, dazu Ausflüge in die Natur, ein Theaterstück des Musiktheaters Lupe, ein Wissensquiz und eine professionelle Märchenerzählerin, die jeden Abend eine besondere Atmosphäre zauberte, machten dieses Wochenende zu einem unvergesslichen Erlebnis. Kein Wunder, dass gut ein Drittel der Teilnehmenden bereits zum wiederholten Mal bei der Kinderakademie dabei waren. Zum zweiten Mal organisieren Evangelische Akademie und Heimvolkshochschule die Kinderakademie gemeinsam mit der Yezidischen Gemeinde in Oldenburg. „Wir möchten einen guten Querschnitt aus der Bevölkerung für die Kinderakademie begeistern", erklärt Uwe Fischer. Kinder und Erwachsene hätten hier die Möglichkeit, einmal etwas ganz anderes kennenzulernen, sagt er. „Gerade deshalb ist es uns wichtig, dass die Erwachsenen nicht nur Begleitperson sind, sondern sich wirklich aktiv einbringen." Unabhängig vom Geldbeutel soll bei der Kinderakademie jeder mitmachen können. „Um das zu erreichen, gibt es Zuschüsse von der oldenburgischen Kirche und Spendengelder, mit denen wir einen Teil der Beiträge bezahlen können", so Fischer. Am Geld also muss es nicht scheitern, wenn Kinder auch im nächsten Jahr wieder dabei sein wollen. Und vielleicht geht ja auch einer der Wünsche am Wunsch-Mobile in Erfüllung.

Anke Brockmeyer
Fotos: Anke Brockmeyer/Uwe Fischer

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